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Düsseldorf: Zeitung: LEG-Verkauf droht zu platzen

Düsseldorf : Zeitung: LEG-Verkauf droht zu platzen

Der Verkauf der NRW-eigenen Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) an ein privates Wohnungsunternehmen droht offenbar zu scheitern. Nach Informationen der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post” (Donnerstagausgabe) sollen die aktuellen Verbindlichkeiten der LEG allein auf den Wohnungsbestand bezogen rund 1,9 Milliarden Euro betragen.

Nach übereinstimmender Auffassung von Experten sei eine solche Summe derzeit auf dem ohnehin angeschlagenen Immobilienkapitalmarkt nicht zu refinanzieren. Etwaige Interessenten müssten bis spätestens Freitag ein Angebot für die LEG abgegeben haben.

Eine Sprecherin von Finanzminister Helmut Linssen (CDU) sagte auf ddp-Anfrage lediglich: „Die Zahl von 1,9 Milliarden Euro ist definitiv falsch.” Das Land Nordrhein-Westfalen ist mit einem Anteil von 68 Prozent Haupteigentümer der LEG, gefolgt von der Förderbank NRW.Bank mit 22 Prozent. Eine Volksinitiative gegen den Verkauf der LEG mit ihren rund 100.000 Wohnungen war Ende Juli gescheitert.

Die Grünen warnten vor einem Verkauf der Landesanteile. „Die LEG-Wohnungen kann man zurzeit gerade vor dem Hintergrund der Immobilienkrise nicht ohne großen Wertverlust verkaufen”, sagte der wohnungsbaupolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Horst Becker.

Jeder Verkauf zur jetzigen Zeit gehe zulasten der geplanten Sozialcharta. „Damit würde die Landesregierung das Landeseigentum auf dem Rücken der Mieterinnen und Mieter in den LEG-Wohnungen verscherbeln”, sagte der Landtagsabgeordnete.