1. Wirtschaft

IW-Studie: Zahl der Mehrfachbeschäftigten ist stark angestiegen

IW-Studie : Zahl der Mehrfachbeschäftigten ist stark angestiegen

Tagsüber in der Fabrik, abends im Restaurant arbeiten? Viele Arbeitnehmer haben mittlerweile mehr als einen Job. Warum das so ist, hat eine neue Studie ermittelt.

Die Zahl der Arbeitnehmer mit zwei der mehr Jobs ist in den vergangenen Jahren seit 2013 deutlich um rund 700.000 auf 3,5 Millionen gestiegen. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Demnach nahm vor allem die Zahl der Arbeitnehmer stark zu, die neben ihrem Hauptjob noch einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, um ihr Haushaltseinkommen aufzubessern. Sie machten 91 Prozent des Anstiegs aus. Sie vor allem hätten dazu beigetragen, dass sich die Zahl der Mehrfachbeschäftigten seit Anfang der 2000-er Jahre bis 2019 von einer auf drei Millionen verdreifacht hat, so das IW.

Doch auch die Zahl der so genannten Hybridbeschäftigten, die neben ihrem Hauptjob noch einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, ist seit 2013 um 13 Prozent auf gut 690.000 im Jahr 2019 gestiegen. Ihre Motivlage sei jedoch völlig anders als die der sonstigen Mehrfachbeschäftigten, so das IW. Die Hybridbeschäftigten hätten im Hauptjob überdurchschnittlich hohe Einkommen, sie verfügten zudem über eine überdurchschnittliche Qualifikation. Auf ein höheres Einkommen durch den Nebenerwerb seien sie nicht unbedingt angewiesen. Dagegen hätten die meisten anderen Mehrfachbeschäftigten zwei oder mehr Jobs, um ihr geringes Einkommen im Hauptberuf aufzubessern. Häufig arbeiteten sie im Hauptjob nur Teilzeit. Im Ergebnis erzielten sie durch die Mehrfachbeschäftigung aber Haushaltseinkommen wie der Durchschnitt der Vollzeit-Beschäftigten ohne Zweitjobs.

Die oft diskutierte Abschaffung der steuer- und abgabenfreien Mini-Jobs würde vor allem die Beschäftigtengruppe, die auf zusätzliche Einkommen aus dem Nebenerwerb angewiesen sei, empfindlich treffen, so das IW. „Würden durch politische Interventionen beispielsweise Minijobs im Nebenerwerb unattraktiver, könnten damit die sozialen Risiken für Betroffene ansteigen, deren Verdienstmöglichkeiten im Haupterwerb begrenzt sind“, heißt es in der Studie.