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Alsdorf/Aachen: „Xtreme” schafft 120 Arbeitsplätze in Alsdorf

Alsdorf/Aachen : „Xtreme” schafft 120 Arbeitsplätze in Alsdorf

Kräftiger Rückenwind für die Hightech-Region Aachen: Das Unternehmen Xtreme Technologies GmbH wird im Alsdorfer Gewerbepark Aachener Land nahe der Autobahn 44 eine neue Produktionsstätte einrichten.

Dies bestätigte Michael Eßers von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) der Städteregion, die Xtreme auf den neuen Standort vermittelt hatte.

Zur Eröffnung des Werkes mit Reinraumbedingungen Mitte Dezember sollen bereits neue 120 Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden.

Am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik an der RWTH Aachen, mit dem Xtreme intensiv zusammenarbeitet, sollen rund weitere 80 Mitarbeiter für die Forschung und Entwicklung bleiben. Mittelfristig wird in Alsdorf eine Zahl von rund 300 zukunftsfähigen Jobs angestrebt.

Xtreme Technologies ist eine Tochtergesellschaft der japanischen Ushio Inc. aus Tokio, Spezialist für die industrielle Nutzung von Lichtquellen. Entstanden ist Xtreme durch die Übernahme der Aachener Philips-Tochter EUV, Extreme Ultra Violette, Anfang dieses Jahres. Zuvor war das Unternehmen in Göttingen ansässig.

Speziallampen dienen zur Belichtung von Silizium-Oberflächen

Xtreme wird auf einer Gesamtfläche von rund 3000 Quadratmetern die hochpräzisen EUV-Lichtquellen für Lithographiemaschinen herstellen, bei denen mit Licht die photoempfindliche Schicht von Silizium beleuchtet und anschließend chemisch bearbeitet wird. Diese Technologie ermöglicht bei der Herstellung von Halbleiterschaltungen eine noch kompaktere, dichtere Anordnung der Elemente auf den elektronischen Chips.

Dabei geht es um miniaturisierte Strukturen von 20 Nanometern oder kleiner. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar misst 80.000 Nanometer und ist damit also etwa 4000-mal so dick.

„Die Entwicklung der EUV-Quelle ist ein technologischer Durchbruch”, sagt Xtreme-Geschäftsführer Marc Corthout. Sie ermögliche völlig neue Anwendungen etwa in Computern und Handys. Heutige Produktionsverfahren erreichen noch etwa doppelt so „dicke” Strukturen.

Xtreme ist Zulieferer von ASML, dem Weltmarktführer im Bereich der Halbleiter-Lithographie im niederländischen Veldhoven bei Eindhoven. Weiterer Partner ist IMEC, ein weltweit führendes Forschungsinstitut in der Nano-Elektronik mit Sitz im belgischen Leuven. Es entwickelt die Mikrochip-Technologie, die auf der EUV-Lithographie basiert.

Mikroelektronik-Dreick Eindhoven-Leuven-Aachen

„Mit dem Standort unseres neuen Reinraums innerhalb des ,Mikroelektronik-Dreiecks’ Eindhoven-Leuven-Aachen haben wir einen entscheidenden strategischen Vorteil, die gemeinsame Technologieentwicklung zu optimieren”, ist Xtreme-Geschäftsführer Corthout überzeugt.