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Aachen: Wer einen Job sucht, muss nicht in die Ferne schweifen

Aachen : Wer einen Job sucht, muss nicht in die Ferne schweifen

Der Anspruch ist wieder hoch, wie das Motto der Veranstaltung deutlich macht: „Vollgas zum Job” steht über der fünften Auflage der „Nacht der Unternehmen” am 7. November.

Die Veranstaltung ist eine Aachener Erfindung. Dank ihres großen Erfolgs gibt es immer mehr Nachahmer. In diesem Jahr findet diese besondere Kontaktbörse bereits in zehn Städten quer durch Deutschland statt.

Im Technologiezentrum der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) am Europaplatz können sich Firmen aus der gesamten Region einem breiten Publikum präsentieren. Dabei sollen sie mit Studenten der Aachener Hochschulen und Absolventen ins Gespräch kommen, die nach ihrem Examen im nahen Umfeld das Sprungbrett für ihre berufliche Karriere suchen.

Statt sich überwiegend nach den vermeintlich attraktivsten Betrieben mit großem Namen etwa in Süddeutschland zu orientieren, könnte es sich durchaus lohnen, sich vor der eigenen Haustür nach den besten Jobperspektiven umzuschauen - und diese beherzt wahrzunehmen.

Der besondere Pfiff dieser Veranstaltung, die Jahr für Jahr mehr Zuspruch gefunden hat: Per Bus können sich die Interessenten gleich zu ihrem Traum-Arbeitgeber in spe fahren lassen - oder an diesem Abend eine ganze Serie von Besuchsterminen gleich vor Ort in den Unternehmen absolvieren. Die Linien führen durch die gesamte Region und auch ins grenznahe belgische und niederländische Ausland.

Die Nacht der Unternehmen verstehen die Veranstalter auch als Gelegenheit, gegen den immer stärker schmerzenden Mangel an qualifizierten Fachkräften anzugehen. Dabei sei es wichtig, bereits früh vielversprechende junge Talente an die eigene Firma zu binden, wie Günter Bleimann-Gather von der mitveranstaltenden Tema AG am Montag deutlich machte.

Möglichst schon Erstsemester sollten für Praktika oder Aushilfsjobs gewonnen werden, um sich früh kennenzulernen und zu prüfen ob man zueinander passe, fügte der Tema-Geschäftsführer an. Prof. Christiane Vaeßen, Prorektorin der Fachhochschule Aachen, unterstrich die große Bedeutung eines engen Kontakts zwischen Wissenschaft und Unternehmen. So seien, was künftige Mitarbeiter angehe, schon „viele Erfolgsstorys geschrieben” worden.

Dies bestätigte etwa auch Britta Breuer, Marketingleiterin eines Ingenieurdienstleisters, die selbst vor vier Jahren über die „Nacht der Unternehmen” ihren jetzigen Arbeitgeber kennenlernte. Nach dem ersten Kontakt sei „alles sehr schnell gegangen”. Wenn Firmen dort auf sich aufmerksam machten, könnten sie „sehr gute Ergebnisse erzielen”.

Das wollen die Macher der Reihe, allen voran Rolf Geisen vom regionalen IT-Unternehmerverband Regina, nun mit einer neuen Idee „made in Aachen” erreichen. Gezielt sollen aus fünf EU-Staaten 25 junge Leute auf Jobsuche ausgewählt und zu der Kontaktbörse eingeladen werden - ein Zeichen auch gegen die dort grassierene Jugendarbeitslosigkeit. Damit könne gleichfalls ein wertvoller Beitrag für Europa geleistet werden.