Arbeitsmarkt: Weniger Arbeitslose in der Region

Arbeitsmarkt: Weniger Arbeitslose in der Region

Auf dem Arbeitsmarkt der Region sieht es derzeit sehr gut aus. „Obwohl ich mich mit Superlativen eigentlich lieber zurückhalte: 2018 war wirklich ein sehr positives Jahr für uns“, sagte Ulrich Käser, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Aachen-Düren am Montag auf der Jahrespressekonferenz.

Insgesamt sind in der Städteregion und dem Kreis Düren und Heinsberg 2762 Menschen weniger arbeitslos als im Jahr 2017. Damals waren 40.451 Menschen in der Region ohne Arbeit, Ende 2018 waren es dann noch 37.689. Das entspricht einem Rückgang von 6,8 Prozent. Außerdem ist die Langzeitarbeitslosenquote weiterhin rückläufig, es wurden weniger arbeitslose Jugendliche gezählt und fast 300 Flüchtlinge erstmals in Arbeit gebracht. Allerdings gibt es bei der Beschäftigungsquote große regionale Unterschiede.

Stabil bis positiv

Während in der Städteregion 8,4 Prozent weniger Arbeitslose gezählt worden sind, hat es in Düren nur einen Rückgang von 3,3 Prozent gegeben. Positiv entwickelt hat sich auch der Kreis Heinsberg mit 6,7 Prozent weniger Arbeitslosen. „In Düren ist die Lage eher stabil“ so Käser, „in Aachen und Heinsberg bewerten wir die Lage sehr positiv.“ Seiner Meinung nach profitieren alle Branchen von der sehr guten konjunkturellen Lage, Düren habe aber nach wie vor mit der schwierigen Situation im Gewerbe zu kämpfen. Aachen biete mit vielen Jobs im Dienstleistungssektor vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Düren leide weiterhin unter der schwierigen Situation in der Branche der Druckerzeugnisse. Hier gebe es nach wie vor einen stetigen Beschäftigungsrückgang.

Wer gut ausgebildet ist, habe auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt nichts zu befürchten. Das bedeute allerdings auch, dass diejenigen, die jetzt arbeitslos werden, schnell in den Bereich der Bedarfssicherung fielen, so Käser. Wer keine Ausbildung hat, habe es schwer. Denn im Bereich der Stellen für Geringqualifizierte gibt es weiterhin einen stetigen Rückgang an Arbeitsplätzen. Daraus ergibt sich für die Arbeitsagentur ein Aufgabenschwerpunkt für die nächsten Jahre. Es gelte, die Menschen für die Stellen zu qualifizieren, die der Markt anbieten kann. Deshalb qualifiziert die Arbeitsagentur selbst Arbeitssuchende. In diesem Jahr stehen der Agentur dafür 180 Millionen Euro zur Verfügung. Letztes Jahr waren es 160 Millionen Euro.

Weitere Mittel wird die Agentur erhalten, wenn die Bundesregierung entschieden hat, wann der Ausstieg aus der Braunkohle kommt. Am 15. Januar gibt es dazu Gespräche in Berlin. Danach rechnet Ulrich Käser mit einer raschen Entscheidung über das Ausstiegsdatum: „Das Thema wird uns dieses Jahr beschäftigen.“ Wenn es soweit ist, dann müssen wir für diese Menschen Beschäftigungen in anderen Branchen finden.“

Dabei bleibt er optimistisch. Die Agenturen in den verschiedenen Kreisen arbeiten bereits an einem Konzept. Bis nach Mönchengladbach geht die Kooperation der einzelnen Arbeitsämter. Dabei helfe, dass manche Branchen aufgrund der politischen Entwicklung stark anwüchsen. Im Bereich der privaten Sicherheitskräfte gebe es seit drei Jahren einen regelrechten Boom. Seit es in Deutschland Terroranschläge gegeben hat, werden im Bereich Sicherheit qualifizierte Arbeitskräfte händeringend gesucht.

„Der Fachkräftemangel ist da, aber er ist nicht eklatant.“ Für die Besetzung einer Stelle hat die Arbeitsagentur im vergangenen Jahr 140 Tage gebraucht, im Jahr davor waren es noch 135 Tage. Diesen Trend gebe es bereits seit einigen Jahren. Und so lässt sich ermitteln, dass es immer schwerer wird, geeignete Arbeitskräfte zu finden. „Qualifikation ist nach wie vor alles“ so Käser.

In allen weiterführenden Schulen und den Berufskollegs bietet die Arbeitsagentur daher eine „Lebensbegleitende Berufsberatung“ an. Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst früh bei der Orientierung auf dem Arbeitsmarkt an die Hand genommen werden. „Das ist unser Ziel in diesem Jahr.“

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