1. Wirtschaft

Hydrogen Hub Aachen: Wasserstoffmobilität für die Modellregion

Hydrogen Hub Aachen : Wasserstoffmobilität für die Modellregion

Wie kann die Energie- und Mobilitätswende erfolgreich gestaltet werden? Mit mehr als 330 regionalen und überregionalen Partnern liefert das Netzwerk Hydrogen Hub Aachen Antworten.

Bund und EU fördern seit mehreren Jahren massiv die Wasserstoffwirtschaft mit dem Ziel, die benötigte Energie nachhaltig zu gewinnen. Schließlich soll die menschengemachte globale Erderwärmung auf „deutlich unter“ zwei Grad Celsius begrenzt werden. Zusätzlich wird uns durch den Russland-Ukraine-Konflikt nun schmerzlich bewusst, wie abhängig wir nach wie vor von Erdgas- und Erdölimporten sind. Umso wichtiger ist es, die Energiewende voranzutreiben.

„Die Bedeutung der Wasserstofftechnologie zur nachhaltigen Energieerzeugung der Zukunft ist außerordentlich hoch“, erklärte Landrat Stephan Pusch aus Heinsberg im Rahmen der Hydrogen-Hub-Veranstaltung „Wasserstoffmobilität in der Grenzregion Aachen“ am vergangenen Mittwoch in Jülich. Der Hydrogen Hub Aachen ist ein Netzwerk aus mehr als 330 regionalen und überregionalen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Das Wasserstoff-Netzwerk wurde im vergangenen Jahr von der Stadt Aachen, der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg ins Leben gerufen, um eine bundesweite Modellregion für Wasserstoff aufzubauen.

Im Brückenkopfpark diskutierte das Hub gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik über Lösungen für eine erfolgreiche Energie- und vor allem Mobilitätswende. „Durch die Umstellung des gesamten ÖPNV und SPNV auf Wasserstoffantrieb wollen wir die Anwendung von Wasserstofftechnologie sichtbar machen und einen maßgeblichen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten“, erklärte Anne Schüssler, Sachgebietsleiterin Kreisentwicklung & Mobilität Kreis Düren.

Laut Bundesumweltamt verbrauchen wir in Deutschland jährlich umgerechnet 637.000 Gigawattstunden (GWh) Energie allein im Mobilitätssektor, die fast ausschließlich aus Erdöl gewonnen wird. Diese gigantische Menge kann selbst in ferner Zukunft nicht vollständig durch Wasserstoff ersetzt werden. Die Nationale Wasserstoffstrategie sieht vor, bis 2030 gerade einmal 5 GWh regenerativ herzustellen; bis 2040 sind 10 GWh geplant. Der Verbrauch von Wasserstoff liegt nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie aktuell in Deutschland bei rund 55.000 GWh, die zu weit über 90 Prozent aus Erdgas und Kohle hergestellt werden.

„Nachhaltige Antriebsformen sollten sich sinnvoll ergänzen. Für einen Privatnutzer, der zu Hause oder beim Arbeitgeber laden kann, ergibt Wasserstoff wenig Sinn. Für Vielfahrer, Taxibetreiber, Busse und den Schwerlastverkehr sieht es anders aus, ebenso bei Zügen auf nicht elektrifizierten Strecken“, meint Fabian Müller-Lutz, Projektleiter Hydrogen Hub Aachen. Aber noch fehlt es an ausreichend grünem Strom für die Erzeugung von nachhaltigem Wasserstoff.

„Als Stadt Aachen sind wir hier bereits tätig, indem wir aktiv städtische Mobilität umrüsten und die Wasserstoff-Herstellung im Stadtgebiet fördern“, erklärte die Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen Sibylle Keupen. Die Stawag und die Aseag haben sich in einem Projekt zusammengeschlossen. Schon im nächsten Jahr soll der Elektrolyseur im Windpark Nord fertiggestellt sein und vor allem aus überschüssiger Windenergie Wasserstoff für fünf neue wasserstoffbetriebene Busse liefern. 2024 sollen elf weitere Busse folgen, die dann hundertprozentig klimaneutral fahren.