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Stolberg: Wachstum passt zu Umweltschutz

Stolberg : Wachstum passt zu Umweltschutz

„Sind Wirtschaftswachstum und Klimaschutz Gegensätze?” Ein Mann von der Glaubwürdigkeit und Leidenschaft eines Klaus Töpfer, schlägt mit diesem Thema auch Vorstände, Geschäftsführer und Bürgermeister - Menschen also, die an Daten, Fakten und Kosten orientiert sind - spielend in Bann.

Dem ehemaligen Bundesminister für Umwelt und Reaktorsicherheit und späterem Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen gelang dies beim 4. Unternehmerforum der Energie- und Wasserversorgung (EWV) in Stolberg, für die Geschäftsführer Manfred Schröder die Gäste begrüßte, nicht zuletzt bravourös, weil er sich dem Thema vor allem global und als Ökonom näherte.

Töpfer ließ keinen Zweifel: Die Welt braucht Wachstum, braucht wirtschaftliche Fortentwicklung, um der Armut in weiten Landstrichen des Globus begegnen zu können.

Und: Der Kampf gegen die die Auswirkungen des Klimawandels ist auch ökonomisch sinnvoll und unbedingt notwendig, da sich die natürlichen Ressourcen immer weiter verknappen und damit teurer werden und weil sich daraus Märkte ergeben, die große Chancen bergen.

Die Herausforderung sei es mithin, das Recht auf Wachstum, das man Schwellen- und Entwicklungsländern nicht absprechen dürfe, mit dem Schutz der Umwelt zu vereinen.

Wie das aussehen könnte, ob die Kernenergie dabei eine Rolle zu spielen hat und wie die regenerativen Energie in diesem Zusammenhang zu bewerten sind, das alles und mehr war Gegenstand einer Diskussionsrunde unter Leitung von Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, zu der neben Töpfer noch Willi Linkens, Bürgermeister von Baesweiler, und Bernd Langner, Vorstand der Norddeutschen Affinerie, größter Kupferproduzent Europas und weltgrößter Kupferrecycler, und Geschäftsführer der NA-Tochter Prymetall Stolberg, auf dem Podium Platz nahmen.

Linkens zeigte auf, dass Energiesparprogramme, wie sie Baesweiler aufgelegt hat, auch ökonomisch Sinn machen. Langner kritisierte die Subventionierung der regenerativen Energieformen und wies auf die Grenzen bei der Einsparung von Kohlendioxid in den Unternehmen hin. Die größten Effekte erziele man durch die Modernisierung der Kraftwerke und eine Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke.