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Vorstand sieht Telekom in tiefer Krise

Vorstand sieht Telekom in tiefer Krise

Bonn (an-o/dpa) - Die Deutsche Telekom steckt nach Ansicht ihres Vorstandschefs Helmut Sihler in einer ernsten Situation und muss ihre Auslandsengagements überdenken.

In einem Interview machte der neue Vorstandsvorsitzende deutlich, dass die Führungsspitze einen Teilrückzug aus dem Auslandsgeschäft erwäge. Es sei schwierig, alle vier Sparten Mobilfunk, Systemgeschäft, Internet und Festnetz zu internationalisieren.

Konkrete Angaben darüber, welche Geschäftsfelder zur Disposition stehen, machte er nicht. Sihler wies darauf hin, dass die Telekom im Systemgeschäft auf jeden Fall im Ausland breit aufgestellt sein müsse und die Internationalisierung im Mobilfunk weit fortgeschritten sei. Überdenken werde der Vorstand die Lage bei der US-Mobilfunktochter VoiceStream, die nur die Nummer sechs auf dem Markt ist.

Neue Ermittlungen

Ende November sollten erste Ergebnisse der strategischen Überlegungen bekannt gegeben werden, sagte Sihler. Das könnte zeitlich mit der Klärung der Nachfolgefrage für den Vorstandsvorsitz zusammenfallen. Bislang sei noch kein Kandidat angesprochen worden. Erst werde die gesamte Aufgabe genau definiert. Sihler: "Danach wollen wir dem Präsidium des Aufsichtsrats zwei oder drei Kandidaten präsentieren".

Unterdessen ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Deutsche Telekom wegen angeblich falscher Telefonrechnungen. Hintergrund der Ermittlungen sind die Vorwürfe von Communitel, dass der Bonner Telefonriese angeblich systematisch falsche Rechnungen erstellt und seine Kunden betrügt.
Der Verein ist ein Wiederverkäufer von Telefondiensten, der seit längerem mit der Telekom über Rechnungen im Streit liegt. Nach Angaben der Telekom schuldet Communitel dem Konzern rund 10 Millionen Euro.