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Von Giraffen, Haien, Eulen und Pferden

Von Giraffen, Haien, Eulen und Pferden

Aachen. Sind Sie eher ein Hai, eine Eule, ein Pferd oder eine Giraffe? Zur Beantwortung dieser Frage gab Prof. Julius Schmitz, Dozent an der FH Gelsenkirchen, in einem mit kabarettistischen Einlagen gespickten Vortrag zum Abschluss des 2. Aachener Marketingforums praktische Hilfestellung.

Rund 160 Zuhörer wurden „kindgerecht” über neue Trends im Konsumverhalten und die unterschiedlichen menschlichen Profile aufgeklärt.

Dabei erläuterte der gebürtige Kölner heute vorzufindende Verhaltens- und Denkweisen mit Beispielen aus der Tierwelt.

„Den weitaus größten Teil der Bevölkerung, vor allem auch bei der jüngeren Generation, machen heute die ,Pferde aus”, sinnierte Schmitz. Gemeint sind damit die sozial engagierten Bewahrer, die jegliche Art von Veränderung ablehnen. Damit unterschieden sie sich von den egoistischen Machern (Haien), Visionären (Giraffen) oder den ordnungsliebenden Eulen.

Den anwesenden Unternehmern und Agenturen gab Schmitz den dringenden Rat, ein Markenprofil auszubilden. „Schauen Sie genau hin, worin Sie besonders gut sind und sich von Konkurrenten unterscheiden.”

Wer sich nur über den Preis, etwa mit der Gewährung von Rabatten, etablieren wolle, werde dauerhaft nicht wieder erkannt und früher oder später scheitern.

In der anschließenden Diskussion, die von AZ-Chefredakteur Bernd Mathieu moderiert wurde, stand Schmitz Rede und Antwort.

Die Ursachen für das „Pferde-Phänomen” seien vielfältig. Vor allem fehle es aber an wirklichen Vorbildern für junge Menschen.

Wohin sich denn die „Pferde” weiterentwickeln werden? Diese würden durch Weiterbildung neue Qualitäten erlangen und den „Haien” nacheifern, meinte Schmitz.

Um dauerhaft erfolgreich zu sein, sei das Herstellen eines Beziehungsmarketings mit einer gewissen Emotionalität wichtig. Unternehmern riet er dringend, durch Werbung präsent zu sein.

So etwa auch in der Tageszeitung. Denn diese Werbung komme an. Anzeigen in einer Regionalzeitung fielen auf und blieben dem Leser nachhaltig in Erinnerung.

Dabei profitiere der Werbende von den hochwertigen Informationen und der Glaubwürdigkeit der Zeitung, die eine positive Wirkung auf die Werbung ausübten.

„Die Zeitung ist im intermedialen Vergleich immer noch das Universalmedium”, resümierte Dr. Hans-Jürgen Hippler, Leiter der Forschungsabteilung der Zeitungsmarketing Gesellschaft.

Selbst Werbeverweigerer, die jede Art von Wurfsendungen in ihren Briefkasten untersagen, könnten mit Anzeigen und Prospekten in der Tageszeitung erreicht werden.