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Aachen: Viele „Schrottimmobilien” am Markt

Aachen : Viele „Schrottimmobilien” am Markt

Welche Zukunft haben die Städte angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines zweitägigen Fachkongresses des Verbandes des Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen (VdW) in Aachen.

„Städte müssen wieder als Wohnstandort entdeckt und gestaltet werden,” forderte VdW-Verbandsdirektor Burghard Schneider. Dazu gehöre ein enges Zusammenwirken zwischen der Wohnungswirtschaft und den Kommunen.

Auch der Berliner Städteplaner Prof. Dietrich Henckel sprach sich für „strategische Allianzen” aus. Für ihn haben die Städte trotz der generell veränderten Rahmenbedingungen wie Globalisierung, Rückgang der Bevölkerung und Abwanderung durchaus positive Entwicklungschancen, wenn sie langfristige Entwicklungskonzepte anwenden.

Gerade die Schrumpfung der Bevölkerung zwingt nach Henckels Ansicht, über die Rolle der Städte neu nachzudenken. Für einige Kommunen könne Schrumpfung auch Qualitätsverbessserung bedeuten. Die neue Position der Stadt werde gekennzeichnet „durch ihre Bedeutung als Knoten im Netz, als Zentrum von Wissenskulturen und als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung.”

Prof. Paul Klemmer, Präsident des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, sieht die Wohnungswirtschaft vor einer „partiellen Renaissance”. Oft klafften Wohnungsnachfrage und -angebot weit auseinander. „Wir haben einen Abriß- und zugleich einen Neubaubedarf.”

Klemmer warnte vor der „pauschalen Berechnung von Leerstandsquoten”. „Hinter dem angeblich überschüssigen Wohnraumangebot stehen vielfach Schrottimmobilien.” Trotz hoher Leerstände könne es deshalb Neubaubedarf geben.