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Berlin: Viele Nebenkostenabrechnungen falsch

Berlin : Viele Nebenkostenabrechnungen falsch

Zum Jahresende haben viele Mieter die Betriebskostenabrechnung erhalten. Der Deutsche Mieterbund (DMB), Berlin, geht davon aus, dass jede zweite Nebenkostenabrechnung falsch ist.

Insgesamt 30 Milliarden Euro Betriebskosten zahlen Deutschlands Mieter nach Berechnungen des DMB Jahr für Jahr an ihre Hausbesitzer.

Nach Angaben des Mieterorganisationen machen Streitigkeiten um Betriebskostenabrechnungen etwa ein Drittel der Beratungen aus.

In vielen Fällen stellt sich heraus, dass die Abrechnung unzulässige Kosten enthält, dass sie aus formalen Gründen zurückzuweisen ist oder dass der Vermieter sich schlichtweg verrechnet hat.

Betriebskosten sind Kosten, die dem Eigentümer durch die Bewirtschaftung seines Grundstücks laufend entstehen. Ist eine Kostenart im Mietvertrag nicht aufgeführt, kann der Mieter dafür auch nicht zur Kasse gebeten werden.

Wer eine Brutto- oder Inklusivmiete vereinbart hat, muss nichts nachzahlen, weil die kalten Betriebskosten schon in der Miete enthalten sind.

Üblich ist aber die Nettomiete, bei der neben der Grundmiete Betriebskostenvorschüsse gezahlt werden. Über die Verwendung dieser Vorschüsse muss der Vermieter jährlich abrechnen. Der Mieter bekommt dann etwas zurück oder muss nachzahlen.

Zeit zum Einspruch

Nach Erhalt der Nebenkostenabrechnung hat der Mieter 30 Tage Zeit, um Einspruch einzulegen. Die Abrechnung darf aber nicht zu spät kommen. Seit der Mietrechtsreform vom 1. September 2001 muss sie spätestens nach zwölf Monaten vorgelegt werden, sonst sind Nachforderungen ausgeschlossen.

Ausnahmen gelten lediglich, wenn der Vermieter nachweisen kann, dass er die Verspätung nicht zu vertreten hat.

Ein weiterer häufiger Fehler ist, dass der Gewerbeanteil und die Kosten für leer stehende Wohnungen nicht von der Gesamtfläche abgezogen und gesondert abgerechnet werden.

Der Vermieter dürfe auch das Gebot der Wirtschaftlichkeit nicht missachten. Er sei gesetzlich verpflichtet, mit den Betriebskosten-Vorschüssen der Mieter sparsam umzugehen.

Ebenso lohnt sich ein Blick auf die „Sonstigen Betriebskosten”. Als solche dürfe der Vermieter nur die Kosten umlegen, die gerichtlich als solche anerkannt sind und die ausdrücklich im Vvertrag unter „Sonstige Betriebskosten” genannt sind.

Ebenfalls wichtig: Es dürfen nur solche Kosten umgelegt werden, die laufend entstehen. Strittig ist dies allerdings beim Sperrmüll: Gelinge es dem Vermieter nicht, den Verursacher zu finden, könne er die Kosten auf die Mieter umlegen.

Häufig entzünde sich Streit auch an den Verwaltungs- und Reparaturkosten. Dafür muss der Mieter den Experten zufolge nichts zahlen. Kosten dürften auch nicht doppelt abgerechnet werden.