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Mariaweiler: Überraschende Wende: Heimbach kauft Kufferath nicht

Mariaweiler : Überraschende Wende: Heimbach kauft Kufferath nicht

Überraschende Wende in den Verhandlungen über den Verkauf der insolventen Andreas Kufferath GmbH: Seit Freitagmorgen ist die Dürener Lösung vom Tisch, die Mariaweiler Filztuchfabrik Heimbach wird Kufferath nicht übernehmen.

Stattdessen scheint nun alles auf einen Verkauf der beiden Sparten Sieb- und Technische Gewebe an die österreichische Andritz AG hinauszulaufen, die laut Insolvenzverwalter Wilhelm Klaas Ende letzter Woche bereits aus dem Rennen war. Zu diesem Zeitpunkt hatte Klaas erklärt, es werde nur noch mit Heimbach verhandelt.

„Der Konkurrent hat überraschend ein stark verbessertes Angebot vorgelegt, das deutlich über dem von Heimbach liegt”, sagte Klaas. Dies sei sehr ungewöhnlich zu einem Zeitpunkt, an dem mit einem anderen Unternehmen die finalen Verhandlungen geführt werden. Doch er stehe als Insolvenzverwalter in der Pflicht, die bestmögliche Lösung für Kufferath zu wählen.

Bei der Andritz AG handelt es sich um einen Anlagenbaukonzern mit Hauptsitz in Graz. Die Andritz-Gruppe (120 Tochtergesellschaften) erwirtschaftete 2007 mit weltweit 12.400 Beschäftigten einen Umsatz von 3,28 Milliarden Euro. Laut Wilhelm Klaas gibt es von Andritz in Sachen Mitarbeiter-Übernahme bei Kufferath die gleichen Zusagen, die auch Heimbach gemacht hatte: 200 von 350 Beschäftigten in den Sparten Sieb- und Technische Gewebe sollen ihren Arbeitsplatz behalten. Sollte es möglich sein, weitere Mitarbeiter einzustellen, werden ehemalige Kufferath-Mitarbeiter bevorzugt, die zunächst noch in einer Transfergesellschaft arbeiten.

Vor diesem Hintergrund teilt Klaas die Auffassung von Heimbach-Geschäftsführer Klaus Huneke nicht, der sich enttäuscht über die Entwicklung zeigte und die Befürchtung äußerte, „dass die dortigen Mitarbeiter mit der Übernahme durch einen branchenfremden Konzern in den kommenden Jahren vor weitergehenden Rationalisierungsmaßnahmen stehen”.

Dem Insolvenzverwalter wirft Huneke vor, dass der Konkurrent entgegen der Absprache mit Heimbach sein Angebot mehrmals nachbessern durfte. Klaas äußerte Verständnis für die Verärgerung bei Heimbach, betonte aber, dass er keine andere Wahl habe, als das unter allen - nicht nur den finanziellen - Gesichtspunkten beste Angebot zu wählen.

Wann der Kaufvertrag mit Andritz unterzeichnet wird, konnte Klaas am Freitag
noch nicht sagen. Es gebe noch eine Reihe von Fragen zu klären.