1. Wirtschaft

Aachen/Heerlen: Thoben: „In der Region muss mehr ausgebildet werden”

Aachen/Heerlen : Thoben: „In der Region muss mehr ausgebildet werden”

Der Fachkräftemangel brennt der regionalen Wirtschaft auf den Nägeln. Das wurde jetzt bei einem Treffen von NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer (HWK) Aachen im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Avantis, Aachen/Heerlen, deutlich.

Schon Existenzgründer beklagten fehlendes Personal. „Alle jaulen quer durch den Gemüsegarten”, sagte IHK-Präsident Michael Wirtz. „Es muss mehr ausgebildet werden.” Dem pflichtete Ministerin Thoben bei: „Sehr gut.”

Die Ministerin, die die Wirtschaftspolitik des Landes stärker an den Belangen der kleinen und mittleren Unternehmen ausrichten will, nahm zur Kenntnis, dass die Erbschafts- und Untenehmenssteuerreform „nicht die Erwartungen des Mittelstands erfüllt”. Wirtz erinnerte daran, dass deutsche Unternehmen „nicht Weltmeister im Eigenkapital” seien. Um das zu ändern, müsse eine stärkere Rücklagenbildung auch steuerlich ermöglicht werden.

HWK-Präsident Dieter Phillipp unterstrich, dass es weiter staatliche Hilfen für Unternehmen geben müsse und der Grundsatz der Gleichbehandlung gelten müsse, damit Personengesellschaften, wie sie im Handwerk vorherrschen, nicht benachteiligt würden.

Thoben sagte auch mit Blick auf die Nokia-Subventionsdebatte zu, dass das Land weiter Unternehmen fördern wolle, um „hochinnovative Arbeitsplätze” zu schaffen. Doch die Förderung soll von (verlorenen) Investitionszuschüssen auf Kredite mit niedrigen Zinsen umgestellt werden, wie sie etwa die landeseigene NRW.Bank, Düsseldorf, bereitstellt.

Um die Mittelverwendung zu kontrollieren, sei aber, so betonte Thoben, ein Mindestmaß an bürokratischem Aufwand erforderlich, auch um Rügen des Landesrechnungshofes oder der EU-Kommission zu entgehen.

Die internationale Finanzmarktkrise hat in der regionalen Wirtschaft noch keine Bremsspuren hinterlassen. Probleme bei der Fremdfinanzierung seien noch „nicht feststellbar”, sagte Philipp für das Handwerk. Auch die IHK hat, so ihr Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes, noch „keine deutlichen Klagen” vernommen.

Mit der Aktion „Wirtschaftsministerium vor Ort” will Thoben in den einzelnen Regionen im direkten Kontakt mit den Unternehmen in Erfahrung bringen, wo dem Mittelstand des Landes der Schuh drückt.

Zahl der Lehrstellen ist 2007 kräftig gestiegen

Die regionale Wirtschaft bildet mehr aus: Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen wurde im vergangenen Jahr mit 4665 neun Ausbildungsverträgen ein Plus von 11,2 Prozent verzeichnet.

2006 hatte der Lehrstellen-Zuwachs bei 8,1 Prozent gelegen.

„Unsere Zielsetzung, zum Jahresende 4000 Neuverträge zu registrieren, haben wir mit insgesamt 4665 eingetragenen Ausbildungsverhältnissen bei weitem übertroffen”, sagte IHK-Geschäftsführer und Ausbildungschef Heinz Gehlen am Freitag in Aachen. Es sei die höchste Zahl seit der deutschen Einheit.

Die Handwerkskammer (HWK) Aachen hatte für 2007 insgesamt 3210 neue Ausbildungsverträge gemeldet - ein Plus von 255 oder 8,6 Prozent.