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Aachen: Testamentsspenden: Der eigene Nachlass als gemeinnützige Spende

Aachen : Testamentsspenden: Der eigene Nachlass als gemeinnützige Spende

Was geschieht mit meinem Nachlass? Immer mehr Menschen wollen nach dem Tod ihr Erbe oder Teile davon einer gemeinnützigen Organisation zukommen lassen — wie beispielsweise dem Kinderhilfswerk Unicef. Damit der letzte Wille tatsächlich in Erfüllung geht, sollten Erblasser allerdings ein paar Regeln beachten. Über die wird Unicef auf einer Veranstaltung in Aachen informieren.

„Für unsere Arbeit werden Testamentsspenden immer wichtiger“, sagt Ulrike Maas, die im Kölner Unicef-Büro für das Thema zuständig ist. „Jährlich nehmen wir dadurch zwischen dreieinhalb und sechs Millionen Euro ein.“ Doch häufig stoße sie in ihrer alltäglichen Praxis bei Spendewilligen auf Unsicherheiten und die Frage: Wie spende ich richtig?

Meistens erbschaftsteuerfrei

Hans-Oskar Jülicher, Fachanwalt für Erbrecht in Heinsberg, gibt ein paar Tipps. Zunächst empfiehlt er, ein Testament möglichst schon in frühen Jahren zu erstellen. Formal müsse der Erblasser dabei zwei Dinge beachten. „Entweder verfasst er das Testament handschriftlich, unterschreibt es und hinterlegt es bei Gericht“, sagt Jülicher. „Oder er lässt ein maschinengeschriebenes Testament von einem Notar beurkunden.“

Generell sei es dabei möglich, die gesetzliche Erbfolge außer Kraft zu setzen und eine Hilfsorganisation wie Unicef als Generalerben einzusetzen, sodass für die eigenen Kinder oder den Ehepartner nur noch Pflichtteilsansprüche bleiben. Zudem weist Jülicher darauf hin: „Wer einen Teilbetrag Unicef zukommen lassen möchte — etwa Immobilien, Grundstücke oder einen bestimmten Geldbetrag — sollte diese Vermögenswerte in dem Testament einzeln auflisten.“

Jülicher betont, dass die Zuwendungen an Unicef wie für die meisten anderen Hilfswerke erbschaftsteuerfrei sind. Und er unterstreicht: „Ein einmal hinterlegtes Testament ist nicht in Stein gemeißelt. Es kann jederzeit mit einer Ergänzung oder einer völligen Neufassung geändert werden.“

Maas betont, dass Unicef in der Lage sei, auch größere Nachlässe beispielsweise von Alleinstehenden korrekt abzuwickeln „Wir arbeiten in solchen Fällen mit Anwälten und anderen Fachleuten zusammen“, sagt die Kölnerin. Gleichfalls könnten Erblasser Wünsche äußern, für welche inhaltlichen Schwerpunkt ihr Geld eingesetzt werden sollen.“ Es sei allerdings ratsam, darüber vorher ein Gespräch mit Unicef zu suchen.

Infoabend am Montag

Weitere Informationen zum Thema Testamentsspende sollen am Montag, dem 23.April, in Aachen gegeben werden. Die rund dreistündige Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr im August-Pieper-Haus (Leonhardstraße 18-20). Jülicher wird dort referieren und versuchen, auf alle Fragen Antworten zu geben. Gleichzeitig zeigt Unicef während der Veranstaltung an einem Beispiel, was mit Spendengeldern geschieht. „Es wird über eine Schutzzone für syrische Flüchtlingskinder berichtet, die unsere Organisation im Libanon eingerichtet hat“, sagt Christiane Raumanns, Sprecherin der Unicef-Arbeitsgruppe Aachen.

Wer an der Veranstaltung teilnehmen möchte, ist gebeten sich vorher anzumelden. Entweder per E-Mail an ulrike.maas@unicef.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0221/93650252.

(jozi)