1. Wirtschaft

Tauziehen um die Spargroschen

Tauziehen um die Spargroschen

Aachen (an-o) - Der Banken-Wettbewerb im Raum Aachen wird immer härter. Für die Spargroschen werden schon Konditionen geboten, die, so die Sparkasse Aachen, "betriebswirtschaftlich nicht darstellbar sind".

Dies habe in den letzten Monaten des abgelaufenden Jahres sogar für kleinere Anlagebeträge gegolten, sagte Vorstandschef Jochen Bräutigam bei der Vorlage der Bilanz 2002.

Unter dem Strich ging das Einlagenvolumen um 0,2 Prozent auf 6,63 Milliarden Euro zurück. Hauptgrund war, dass Großanleger Termingelder abzogen, und Privatkunden weniger anlegten.

Im Kreditgeschäft verbuchte der Marktführer im Raum Aachen ein moderates Plus um 1,6 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Wachstumsträger war die private Kundschaft, erläuterte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hubert Herpers, während der Kreditbedarf der Unternehmen und die Baufinanzierungen rückläufig waren. Auf die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank im Dezember habe die Sparkasse "zeitnah - unter Berücksichtigung einer bonitäts-orientierten Preisgestaltung - reagiert", betonte Herpers. Davon hätten mehr als 90 Prozent der Kunden profitiert.

Durch das Verbundgeschäft mit Bausparverträgen, Lebensversicherungen und Immobilien hat die Sparkasse ihre Bilanzsumme um 1,7 Prozent auf rund 9 Milliarden Euro gesteigert. Vor allem das Bauspargeschäft sei mit einem Plus von fast 60 Prozent explosionsartig gewachsen, teilte der Vorstand am Dienstag bei der Vorlage des Jahresberichts mit. Die Umsatzeinbußen beim Wertpapiergeschäft setzten sich leicht abgebremst fort.

Nach einem rückläufigen Betriebsergebnis in 2001 habe die Sparkasse 2002 eine deutliche Steigerung vor Bewertung von 15 Prozent auf 113 Millionen Euro erzielt. Damit rangiere Aachen an der Spitze der rheinischen Großsparkassen. Die Steigerung des Zinsüberschusses von 2,30 auf 2,41 Prozent habe die Ertragslage günstig beeinflusst.

Das moderate Wachstum im Kreditgeschäft um 1,6 Prozent auf einen Kreditbestand von 5,3 Milliarden Euro sei vor allem von Privatkunden getragen worden. Die Zurückhaltung der Unternehmen bei Neuinvestitionen spiegele sich in dem verhaltenen Wachstum von 0,8 Prozent wider.

Mit einer Neuausrichtung des Firmenkundengeschäfts will die Sparkasse ihre Prinzipien als Hausbank neu beleben. Eine intensivere Beratung soll mehr Nähe und Vertrauen als Grundlage für das Kreditgeschäft schaffen. Bei der Sparkasse arbeiten rund 2400 Beschäftigte. Die Reduzierung der Arbeitsplätze soll im Zuge der Fluktuation um mindestens ein Prozent pro Jahr fortgesetzt werden.