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Aachen: Takeda erlebt eine Durststrecke

Aachen : Takeda erlebt eine Durststrecke

Die Gesundheitsreform macht der Takeda Pharma GmbH, Aachen, Vertriebstochter des japanischen Arzneimittelriesen Takeda Chemical Industries, Osaka, zu schaffen.

2003 entgingen dem Unternehmen dadurch 8,1 Millionen Gewinn, sagte Geschäftsführer Erich Brunn am Donnerstag. Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) beschere der Pharma-Industrie aufgrund der Festbeträgen und Herstellerrabatten „massive Profitverluste”.

Wegen dieser Belastungen habe Takeda, mit Niederlassungen auch in Österreich und der Schweiz vertreten, 16 Arbeitsplätze abbauen und das Trainungszentrum in der Aachener Jülicher Straße schließen müssen. 2003 setzte die Gesellschaft mit 570 Mitarbeitern 226,1 Millionen Euro um, der Zuwachs (13,5 Prozent) lag über dem Branchenschnitt (8,5 Prozent).

„Wir erwirtschaften Gewinn”, betonte Brunn und fügte hinzu: „Trotz aller Gerüchte: wir lieben diesen Standort.” Das GMG sei für forschende Unternehmen wie Takeda „eine Katastrophe” und eine „Innovationshürde erster Güte”. Schließlich müsste für die Entwicklung eines neuen Medikamentes rund eine Milliarde Euro aufgewendet werden, dies entspricht etwa dem jährlichen Forschungsetat der japanischen Mutter.

In Europa forscht Takeda in London, produziert wird in Irland und Italien. Der Konzern setzte 2003/04 (31.3) mit weltweit 14500 Mitarbeitern 8,3 Milliarden Euro um. Im Sortiment sind vier Blockbuster (mit jeweils mehr als einer Milliarde Umsatz), doch angesichts fehlender Neuentwicklungen mit kurzfristiger Marktreife wird es, wie Brunn einräumte, in den nächster Zeit „eng”.