Aachen: Suche nach Campus-Investoren läuft auf Hochtouren

Aachen: Suche nach Campus-Investoren läuft auf Hochtouren

Der Fahrplan in Richtung Zukunft für die RWTH und damit auch die gesamte Region ist klar: Im September soll der nächste Investor für das ehrgeizige Erweiterungsgebiet Melaten feststehen.

Dies kündigte Hermann Brandstetter, Geschäftsführer der federführenden RWTH Aachen Campus GmbH, auf einer Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) im „Super.C” der Elite-Uni an.

Bereits vor kurzem war mit dem Bau des allerersten Clusters - eines Forschungs-Verbundprojekts von Hochschule und Wirtschaft - begonnen worden: Im Schatten des Aachener Universitätsklinikums entsteht somit etwas außerhalb des übrigen Campus-Zeitplans das Zentrum für Bio-Medizinische Technik (ZBMT), das dringend als Ersatz für das jetzige Medizintechnische Zentrum (MTZ) gebraucht wird.

Das Altgebäude wird - wie auch das Nachfolgeprojekt - von der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) betrieben und soll im nächsten Jahr von der Klinik übernommen werden.

Nahe dem Abschnitt, wo im Moment die Erschließungsarbeiten für den Campus Melaten laufen und die Baustraßen vorbereitet werden, wird das Cluster Logistik seinen Platz finden. Und das nächste Vorhaben auf der Liste soll im kommenden November festgezurrt werden: das Cluster für Integrative Produktionstechnik. Es wird in der Nachbarschaft des weltweit renommierten Werkzeugmaschinenlabors (WZL) angesiedelt mit seinem entsprechenden Lehrstuhl, der von Professor Achim Kampker geleitet wird. Er ist es, der das ehrgeizige Projekt „Street Scooter” vorantreibt, ein völlig neu entwickeltes Elektrofahrzeug, das auf dem Campus zur Fertigungsreife geführt werden soll.

Auf Brandstetters Ablaufplan geht es danach Schlag auf Schlag weiter: Im Februar 2011 folgt der Vertragsabschluss und damit die Investorenentscheidung zugunsten des Clusters Optische Technologien. Und der Forschungsverbund „Umweltfreundliche, nachhaltige Energietechnik” soll laut dem Campus-Geschäftsführer bis Ende März 2011 in trockenen Tüchern sein. Alle diese Großprojekte werden europaweit ausgeschrieben, machte Brandstetter deutlich. Und um die Bedeutung der Arbeit seiner Gesellschaft zu unterstreichen: „Wir sind die Spinne im Netz. An uns kommt keiner vorbei - obwohl uns im Campus kein Grundstück gehört. Das haben wir”, betonte Brandstetter mit einem Lächeln, „ganz geschickt angestellt . . .” Parallel zu Melaten wird die Entwicklung des Campus West auf dem Gelände des Westbahnhofs forciert.

Derweil ließ Kampker keinen Zweifel daran, dass auf dem Campus das von ihm verantwortete Elektroauto Street Scooter mit Vollgas vorankommen werde. Um Drive ins Projekt zu bekommen, soll gleichfalls eng mit dem im niederländischen Born bei Maastricht ansässigen Automobilhersteller Nedcar zusammengearbeitet werden, kündigte Kampker bei der GPM-Veranstaltung an. Verhandlungen mit weiteren interessanten Partnern seien im Gange.

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