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Berlin/Aachen: Stromversorger in der Region erhöhen nicht

Berlin/Aachen : Stromversorger in der Region erhöhen nicht

Zahlreiche Verbraucher in Deutschland müssen ab 1. Juli erneut mehr für Strom bezahlen - aber nicht in der Region Aachen. Im Gegenteil: Die Stawag, Aachen, senkt sogar den Grundversorgungstarif und gibt damit Kostenersparnisse an ihre Kundschaft weiter.

Wie der Branchendienst Verivox, Heidelberg, berichtet, haben bundesweit bereits 67 Versorger Erhöhungen angekündigt. Grund ist nach dem Ende der Bundesverordnung Elektrizität der Wegfall der Preisgenehmigungspflicht für Grundversorgungstarife durch die Bundesländer zum 1. Juli.

Laut Verivox zahlen Kunden der betroffenen Versorger bezogen auf einen vierköpfigen Standardhaushalt (Jahresverbrauch: 4000 Kilowattstunden/KWh) künftig im Durchschnitt 846 Euro pro Jahr, vorher waren es 788 Euro.

Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Berlin, begründet die angekündigten Preiserhöhungen mit gestiegenen Großhandelspreisen. „Es ist ein völlig normaler Vorgang, wenn Energieversorger zum Halbjahr oder zum Quartalsbeginn ihre Kalkulation überprüfen”, so ein VDEW-Sprecher. Angesichts von bundesweit rund 1000 Stromversorgern sei dies keine Massenbewegung. Der VDEW geht davon aus, dass es im Durchschnitt über das Jahr Preiserhöhungen von fünf Prozent geben wird.

Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, bezeichnete die geplanten Erhöhungen als „Geschmacklosigkeit”. Es handele sich um einen „groben Missgriff” ohne sachliche Begründung, sagte Peters. Die Kosten der Konzerne seien nicht wesentlich gestiegen. Seinen Schätzungen zufolge sind die Strompreise in Deutschland schon jetzt um bis zu 25 Prozent zu teuer.

Die zum 1. Juli angekündigten Preiserhöhungen seien daher nicht zu rechtfertigen, sagte Peters. Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) beklagte eine Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen durch die hohen Strompreise und rief die Verbraucher zum Preisvergleich auf. Da sich die Unternehmen insbesondere auf erhöhte Strombezugskosten beriefen, sei es wichtig, dass die initiierten Maßnahmen wie das Gesetz zur Bekämpfung von Preismissbrauch und eine Verordnung für den Netzanschluss von Kraftwerken zügig in Kraft träten.

Zuletzt hatten die Versorger in der Region wie nahezu die gesamte Branche zum 1. Januar nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer die Tarife erhöht - teilweise im zweitelligen Prozentbereich und genehmigt durch das NRW-Wirtschaftsministerium.