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Streik: Fliesenleger helfen Behinderten

Streik: Fliesenleger helfen Behinderten

Aachen (an-o) - Streikende Fliesenleger aus der Aachener Region legen sich derzeit kräftig ins Zeug. In Düsseldorf errichten sie eine stationäre Wohngruppe für 14 hirngeschädigte Menschen - zum Nulltarif.

"Jetzt wird in die Hände gespuckt", sagt der Bezirksgeschäftsführer der IG BAU Aachen, Jürgen Czech. Nach acht Wochen Streik wollen die rund 350 Fliesenleger aus der Aachener Region zeigen, dass sie "nicht nur für eine gerechte Lohnforderung kämpfen, sondern sich auch für eine soziale und gerechte Sache engagieren."
Czech ist Projektleiter der Aktion "Streik-Maloche für den guten Zweck" in der Aachener Region. Er spricht von einem "Novum beim Arbeitskampf".

Im Mittelpunkt steht dabei die Schaffung eines spezifischen Betreuungsangebotes für die Diakonie in Düsseldorf. Voraussetzung dafür ist ein umfangreicher Umbau. "Um den kümmern wir uns jetzt fachgerecht," sagt Czech.
Die Fliesenleger wollen nicht eher aufhören, "bis die letzte Wand gezogen und die letzte Fliese verlegt ist."Die Diakonie begrüßt die Hilfe der IG BAU aus der Aachener Region.

"Wir sind dankbar"

"Mit dieser Aktion macht die Gewerkschaft die Schwächsten unserer Gesellschaft zu Gewinnern. Wir sind dankbar, dass die Fliesenleger ihre Fachkompetenz in den Dienst unseres Hauses stellen", sagt Michael Dornik von der Diakonie Düsseldorf.

Während die streikenden Fliesenleger die Behinderten-Wohngruppe bauen, will die Gewerkschaft weiter für den Erhalt des Akkordtarifvertrages kämpfen. Bezirksgeschäftsführer Czech: "Durch die einseitige Kündigung , die von den Arbeitgebern in Nordrhein ausging, droht den Fliesenlegern ein enormes Einkommensdefizit."