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Stoßdämpfer sind oft defekt

Stoßdämpfer sind oft defekt

Berlin (an-o/ap) - Jedes siebte Auto in Deutschland fährt mit defekten Stoßdämpfern und stellt somit ein hohes Sicherheitsrisiko dar.

Das ist das Ergebnis einer Aktion des Verbands der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV), die am Mittwoch in Berlin präsentiert wurde. Künftig müsse bei der Hauptuntersuchung (HU) eine Wirkungsprüfung durchgeführt werden. Bislang war lediglich eine Sichtprüfung Pflicht.

Kontakt zur Straße

Getestet wurden bundesweit rund 12.500 Fahrzeuge. Stoßdämpfer regulieren den Kontakt zur Straße und sind daher einem hohen Verschleiß ausgesetzt. Wenn sie defekt sind, verlängert sich der Bremsweg - auf unebener Straße bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h um bis zu drei Meter. Ferner kann der Fahrer leicht die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren, wenn er einem Hindernis ausweichen muss und sich das Fahrzeug aufschaukelt.

Besonders gefährlich ist, dass elektronische Systeme wie ABS oder ESP durch defekte Stoßdämpfer in ihrer Wirkung stark beeinträchtigt sind. Selbst relativ neue Autos sind vor defekten Stoßdämpfern nicht gefeit: Laut TÜV sind bereits knapp sieben Prozent aller bis zu zweijährigen Fahrzeuge mit abgenutzten Stoßdämpfern unterwegs. Und Autos mit einer Laufleistung von bis zu 50.000 Kilometern sind zu fast neun Prozent betroffen. Von den über zehnjährigen Fahrzeugen rollen über 21 Prozent mit defekten "Schwingungsdämpfern" über die Straßen.

"Die Gefahr, die durch abgenutzte Stoßdämpfer ausgeht, wird vielfach unterschätzt", sagte der Vorsitzende der VdTÜV-Kommission Verkehrswesen, Jürgen Brauckmann. "Die Autofahrer gewöhnen sich an das veränderte Fahrverhalten und bemerken den schleichenden Abnutzungsprozess nicht." Ein plötzlich auftauchendes Hindernis könne dann fatale Konsequenzen haben.