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Brüssel: Stolberger Prym sprach Preise ab

Brüssel : Stolberger Prym sprach Preise ab

Es war sein letzter Kartellfall und die Strafe fiel drakonisch aus.

Der scheidene EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti brummt dem Kurzwarenhersteller William Prym, Stolberg, ein Bußgeld von 30 Millionen Euro auf.

Der Metallverarbeiter hat, so befand die EU-Komission am Dienstag in Straßburg abschließend, mit seinem britischen Mitbewerber Coats Holding von Herbst 1994 bis Ende 1999 die Preise und Mengen auf Teilmärkten abgesprochen.

Ziel war es, die Preise für Nadeln, Stecknadeln, Knöpfe, Reißverschlüsse usw. im Groß- und Einzelhandel hochzuhalten. Monti: „Es ist eines der ernsthaftesten Wettbewerbsvergehen, weil die Interessen der Verbraucher direkt geschädigt werden.”

Während Coats ebenfalls 30 Millionen Euro zahlen muss, ging das dritte Unternehmen des Kartells, die britische Entaco Group Ltd. straffrei aus. Entaco war, so Monti, von Coats zu den Ansprachen gezwungen worden, offenbarte sich aber der EU als Kronzeuge.

In fünf Jahren hat die EU-Kommission wegen Wettbewerbsvergehen insgesamt Bußgelder in Höhe von 4,6 Milliarden Euro kassiert - ein Rekord. Diese Zahlungen fließen in die EU-Kasse und vermindern die Beiträge der EU-Mitgliedstaaten.

Die Prym-Gruppe machte 2003 mit weltweit 4000 Mitarbeitern 340 Millionen Euro Umsatz.