Würselen: Stahl-hartes Geschäft sorgt für glänzende Perspektiven

Würselen: Stahl-hartes Geschäft sorgt für glänzende Perspektiven

Deutsche Ingenieurskunst macht rund um den Globus zunehmend Furore: Die 4Production AG wächst zweistellig - der Wirtschaftskrise zum Trotz. Dieser kräftige Expansionskurs soll weiter steil nach oben weisen, ist Erwin Bronk sehr optimistisch.

Der 45-jährige Vorstandschef des Würselener Software-Unternehmens und sein junges Team sind in einer Branche stark gefragt, die weltweit zu den Schlüsselindustrien zählt: Ihr Spezial-Metier ist Stahl - und alles, was mit dessen Produktion zu tun hat.

„Wir werden unseren Standort Würselen weiter ausbauen”, lässt Bronk keinen Zweifel. Bereits seit zehn Jahren in der Stadt ansässig, sind die bisherigen Räume im Europark im Gewerbepark Aachener Kreuz zu klein geworden. Jetzt war der Umzug fällig - nicht weit davon entfernt, ins Verwaltungsgebäude des insolvent gewordenen Computerherstellers Maxdata AG. Mit einer Fläche von 1900 Quadratmetern - inklusive einer Option von 500 Quadratmeter - wird das Platzangebot fast verdoppelt.

Beim Standortwechsel half Michael Eßers von der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft (WFG) des Kreises Aachen mit seinem entscheidenden Hinweis auf die neue Immobilie.

„Vom Erz bis zum Endprodukt”: In der gesamten „Wertschöpfungskette” des Metalls - der Experte spricht von „Metals Supply Chain” - ist 4Production erfolgreich mit von der Partie. Marktführer ist das Unternehmen in der Aluminium- und der Kupferindustrie. Namhafte Partner wie Thyssen-Krupp - der gerade erst eine Anlage in Brasilien in Betrieb genommen hat -, Hydro Aluminium und - die auch in Stolberg präsente - Aurubis stehen unter anderem auf der Kundenliste.

Zur Zeit zählt 4Production exakt 47 Mitarbeiter, davon sieben freie. In naher Zukunft sollen es bereits bis zu 70 Jobs werden, sagt Dr. Elmar Karlowitsch, Leiter des Firmen-Controllings.

2008 betrug der Umsatz 4,7 Millionen Euro. Dieses Jahr wird vorsorglich mit einer „Delle” kalkuliert, „nur” 4,4 Millionen Euro. Dass es durchaus wieder mehr werden könnte, lässt Bronk erkennen. Zum Beispiel seien in China bereits positive Signale einer neuen Wachstumsphase zu spüren.

„Die Wirtschaftskrise als Chance” sehen, auch das ist eine Maxime von 4Production und ihrer neuen Muttergesellschaft in Berlin, der PSI AG mit 1100 Beschäftigten. Das bedeutet gleichfalls: Man sei auf der Suche nach „schwächelnden Mitbewerbern”, um weiter zu akquirieren.

Gemeinsam mit PSI - ihr Firmensymbol ist eine Walnuss - soll noch manche harte Nuss geknackt werden. „Alleinstellungsmerkmale” helfen dabei, den Markt noch stärker zu durchdringen. Zum Beispiel das Know-how, um in einer riesigen Ölpipeline, sogar tief im Meer, auf ein paar Metern genau ein Leck finden zu können...

„Unsere Strategie lautet: ,Go East” - auf nach Osten, sagt der Chef. Dazu gehören auch die Einrichtung einer neuen Niederlassung in der Türkei und der Blick nach Russland. In Polen ist man bereits präsent. Das hohe Potenzial der PSI haben auch schon interessante Investoren erkannt: Dort eingestiegen - mit eigenem Geld - sind ebenfalls der frühere Vorstandsvorsitzende der Metallgesellschaft, Dr. Kajo Neukirchen, sowie RWE Energy: viel Phantasie für den Aktienkurs!

PSI steht neu auf unserem Börsenzettel

Seit August 2008 ist die Würselener 4Production AG eine 100-prozentige Tochter der in Berlin ansässigen PSI AG (Prozessteuerungs- und Informationssysteme).

Dieser Entwicklung trägt unsere Zeitung Rechnung, indem wir jetzt auch den PSI-Aktienkurs in unserem börsentäglichen Tableau der Notierungen veröffentlichen.

Gestrichen haben wir die Notierungen der insolventen Maxdata AG sowie der früheren Mühl Product und Service AG, die ihre Niederlassungen in der Region aufgegeben haben.