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Aachen/Düsseldorf/Berlin: Stadt Aachen rutscht im Ranking erneut ab

Aachen/Düsseldorf/Berlin : Stadt Aachen rutscht im Ranking erneut ab

Die Stadt Aachen steigt ab - im neuen Großstädte-Ranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), Berlin.

Wegen schwacher Wirtschaftskraft und rückläufiger Dynamik kommt Aachen nur noch auf Platz 45. 2006 hatte sich die Kommune im Wettbewerb der 50 größten deutschen Städte auf Rang 36 platziert. 2005 hatte es noch für Platz 27 gereicht, 2004 für Platz 20.

Im laufenden Jahr erreichte Aachen 83,3 Punkte und rangiert damit vor Lübeck, Halle, Gelsenkirchen, Rostock und Berlin.

Die drei Spitzenreiter sind München (129,6), Stuttgart (120,8) und Karlsruhe. Die NRW-Metropolen Düsseldorf und Köln kommen auf 116,7 Punkte (Platz 7) bzw. 109,5 Punkte (Platz 15), die bestplatzierten Städte sind Münster (119,5/4) und Bonn (118,7/6. )

Die INSM-Studie berücksichtigt zahlreiche ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Arbeitseinkommen, Bruttoinlandsprodukt und Investitionsquote. Die Gesamtbewertung für jede Stadt setzt sich aus den aktuellen Daten (Niveau-Ranking) sowie den Veränderungen im Zeitraum 2001 bis 2006 (Dynamikranking) zusammen.

Beim Niveau-Ranking kam Aachen mit 44,1 Punkten auf Platz 36 und beim Dynamikranking mit 39,2 Punkten auf Platz 48.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen) sieht angesichts des „Abrutschens Aachens auf Rang 45” Handlungsbedarf. Es gebe „strukturelle Defizite”, kommentierte Michael F. Bayer, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, das Ranking. Dringlich sei etwa „eine Neupositionierung der Wirtschaftsförderung” durch Stadt, Wirtschaftsförderungsgesellschaften und auch Kammern.

Zugleich betonte Bayer, dass Rankings nicht überbewertet werden dürften. Ferner sei das Oberzentrum Teil einer Region, die als Wirtschaftstandort auch gute Noten erhalte - wie etwa zuletzt durch das Regional Research der HypoVereinsbank (HVB) AG, München. Für die Region sprächen der Motorola-Handy-Deal des Logistik-Dienstleisters Cinram, Alsdorf, die Einrichtung des E.ON-Großforschungsinstituts an der RWTH Aachen oder die überdurchschnittlichen Gründungs- und Exportquoten, so Bayer.

Nach der INSM-Studie punktet die Stadt Aachen beim Niveau-Ranking vor allem durch Wirtschaftsfreundlichkeit. 69,8 Prozent der befragten Unternehmer stellten Aachen ein positives Zeugnis aus. Der Durchschnittl iegt bei 61,8 Prozent Positivantworten, Rang 7.

Der Anteil der Hochqualifizierten an den Beschäftigten ist mit 15,1 Prozent überdurchschnittlich hoch (Mittelwert: 12,0 Prozent). So landet Aachen auf Rang 10.

Platz 13 für Aachen beim Indikator Kostenbewußtsein: 43,6 Prozent (Mittelwert: 33,7 Prozent) der im Frühjahr 2007 befragten Unternehmen attestieren ihrer Stadtverwaltung einen guten Umgang mit den öffentlichen Finanzen.

Negativ notiert Aachen im Niveau-Ranking bei der Arbeitsplatzversorgung mit dem vorletzten Rang 49. Diese beläuft sich 2006 auf 46,5 Prozent, der Durchschnitt aller 50 Städte liegt bei 53,5 Prozent. Die Investitionsquote ist mit 4,0 Prozent im Jahr 2005 eher gering. Der Durchschnitt aller beträgt 6,2 Prozent - Rang 36.

Mit 28,3 Prozent liegt die Altersbeschäftigungsquote 2006 unter dem Durchschnitt aller untersuchten Städte mit 31,2 Prozent. Ein weiterer 39. Platz für Aachen.

Im Dynamik-Ranking punktet Aachen wie folgt: Die Einwohnerzahl der Stadt ist in diesem Zeitraum um 5,1 Prozent gestiegen - Rang 1. Der Bundesschnitt liegt lediglich bei plus 0,4 Prozent.

Überdurchschnittlich gut hat sich auch die Ausbildungsplatzdichte entwickelt. Sie verzeichnet einen Zuwachs von 0,9 Prozentpunkten von 2001 bis 2004. Damit befindet sich Aachen auf Rang 2, der Bundesdurchschnitt beträgt minus 4,6 Prozentpunkte.

Die Schulden je Einwohner sanken - im Vergleich der Jahre 2001 und 2006 - um 836 Euro. Nur drei Städte sind hier besser. Im Durchschnitt erhöhten die 50 untersuchten Städte die Belastungen für zukünftige Generationen in dem Zeitraum um 39 Euro.

Als negativ listet die INSM auf:

Der Demografie-Index entwickelte sich negativ, er sank von 2001 bis 2006 um 10,2 (Durchschnitt: 0). Dies bedeutet für Aachen die Rote Laterne - Platz 50.

Mit einem Rückgang um 1,5 Prozent von 2001 bis 2005 entwickelte sich das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner unterdurchschnittlich mit minus 1,5 Prozent. Aachen belegt Rang 48, der Durchschnitt beträgt plus 5,4 Prozent.

Negativ entwickelte sich auch der Pendlersaldo. Je 100 Einwohner fuhren 2006 im Saldo 1,4 Pendler weniger nach Aachen zur Arbeit als noch im Vergleichsjahr 2001 (Durchschnitt: minus 0,1). Rang 43 für Aachen.