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Aachen: Spitzen-Forschung im Technologie-Netzwerk

Aachen : Spitzen-Forschung im Technologie-Netzwerk

Großer Bahnhof für den Software-Riesen: In Mitten des studentischen Trubels am Hauptgebäude der RWTH Aachen hat Microsoft am Montag mit viel Polit-Prominenz sein erstes Forschungszentrum in Deutschland eröffnet.

Beim offiziellen Start des „European Microsoft Innovation Center” (EMIC) waren sowohl der NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück als auch Bundesinnenminister Otto Schily unter den Gästen.

Das EMIC ist eines von vier Forschungszentren, die der größte Software-Konzern der Welt in Europa unterhält. Während im britischen Cambrigde die Gundlagenforschung im Mittelpunkt steht, liegt der Fokus in Dublin/Irland und in Vedbaek/Dänemark auf der schnellen Produkt-Entwicklung.

Das Aachener Institut, das eng in die Forschung an der RWTH eingebunden ist, ist in der „Mitte” angesiedelt. So soll das EMIC die gesamte Spanne der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung abdecken, von der Idee bis zur Vor-Produktreife. Im Mittelpunkt steht dabei der Netzwerk-Gedanke.

Die zwölf Wissenschaftler und Ingenieure aus sieben Nationen arbeiten in Aachen bei ihren Projekten aus den Bereichen Datenschutz und Sicherheit, drahtlose Technologien und Web-Services eng mit großen Unternehmen, aber auch mit Universitäten und Forschungseinrichtungen in der Region und in ganz Europa zusammen.

Neuer Ansatz

Microsofts Europa-Chef Jean-Philippe Courtois unterstrich in Aachen die Bedeutung dieses „Netzwerks für Technologien”: „EMIC ist unser erstes Forschungszentrum, dass diesen Ansatz verfolgt.” In der Regel würden die Projekte von der EU oder den nationalen Regierungen gefördert. Auch viele kleinere und mittelständische Unternehmen bekämen die Chance mitzuarbeiten.

Ministerpräsident Peer Steinbrück wertete die Entscheidung des Software-Konzerns, sein „Innovation Center” in Aachen anzusiedeln, als Indiz für die Bedeutung Nordrhein-Westfalens als Standort für Spitzentechnologie. Die RWTH Aachen sei eine der leistungsstärksten technischen Hochschulen in Europa und der „Prototyp eines Exzellenz-Zentrums”, unterstrich Steinbrück.

Innenminister Otto Schily nutzte die Gelegenheit, Microsoft ein paar mahnende Wort mit auf den Weg zu geben: Der Infomationstechnologie komme als Basis für den Abbau von Bürokratie große Bedeutung zu - allerdings nur, wenn die Software auch sicher sei.

Im Hinblick auf die wachsende Bedrohung durch Computer-Viren forderte Schily vom Quasi-Monopolisten eine schnelle Reaktion: „Die Entwicklung effizienter Abwehrmechanismen ist dringend erforderlich.”

Marktdominierende Unternehmen wie Microsoft stünden besonders in der Pflicht. Der Software-Konzern hat dieses Problem inzwischen erkannt. Nicht von ungefähr ist die Daten-Sicherheit einer der Forschungsschwerpunkte des EMIC.

Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden würdigte die Eröffnung als einen „großen Tag für den Wirtschaftsstandort Aachen”. Der neue Partner Microsoft stärke nachdrücklich das Profil der Technologie-Region.

Er hoffe, dass die Arbeit des EMIC zu einer Vielzahl von Existenzgründungen weit über die Region hinaus führe.