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Späth: Überleben nur mit Rationalisierung

Späth: Überleben nur mit Rationalisierung

Aachen (an-o/gep) - Die Globalsierung macht aus der Welt einen "großen Marktplatz". Standorte können daher nur durch Rationalisierung oder Innovation überleben.

"Wachsen tut der, der Kapital aus der ganzen Welt zugeschoben kriegt", sagte Lothar Späth am Donnerstag auf der 20-Jahr-Feier der regionalen Entwicklungsagentur AGIT GmbH, Aachen.

Deshalb habe auch die klassische nationale Wirtschaftspolitik abgewirtschaftet. Um im Standortwettbewerb bestehen zu können, müsse ein Hochlohnland wie Deutschland entweder die Produktivität fortlaufend steigern oder neue Produkte und Verfahren entwickeln. Forschung und Entwicklung (FuE) werde dabei zusehends Aufgabe der Wissenschaft. Deshalb entstünden auch an Hochschulstandorten wie Aachen "Cluster", netzwerk-artige Wachstumsregionen. Das Grenzland, so fügte Ministerialdirigent Karl Uwe Bütof vom NRW-Wirtschaftsministerium hinzu, nehme seit etlichen Jahren "die Probleme selbst in die Hand", so gehörten hier Forschung und Wirtschaft zusammen.

Da sich Produktivität, so Späth, nicht beliebig steigern lasse, müsse in der Bundesrepublik die "Lust zur Erfindung, die Lust zum Risiko" vorherrschend werden. Dies bedeute auch den Einstieg in eine Risikoforschung wie die Gentechnologie, sagte Späth, seit kurzem Repräsentant der US-Bank Merill Lynch. Um das Humankapital zu vermehren, seien also höhere Bildungsinvestitionen erforderlich, damit "steigt unser Innovationstempo".