Aachen/Heerlen: Solland Solar verkauft Zellfertigung an Italiener

Aachen/Heerlen: Solland Solar verkauft Zellfertigung an Italiener

Solland Solar, ansässig im umstrittenen deutsch-niederländischen Gewerbegebiet Avantis, verkauft die Fertigung seiner Solarzellen an die italienische Pufin Gruppe.

Das teilte das niederländische Unternehmen am Mittwoch mit. Zum Verkaufspreis machte es keine Angaben. Die 70 Arbeitsplätze in der Zellfertigung sollen erhalten bleiben. Da das Produktionsvolumen unter dem neuen Eigentümer wachsen solle, rechne man sogar mit einem Stellenausbau.

Durch den Verkauf sei Solland Solar künftig in der Lage, sich auf die Entwicklung seines Solarzellentyps „Sunweb” und sein Geschäft für Photovoltaik-Systeme zu konzentrieren. Die Pufin Gruppe produziert bereits über seine beiden Tochterunternehmen El.Ital und Elifrance für den Photovol-taik-Markt. Mit der Übernahme der Fertigung von Solland Solar könne die Gruppe diese Produktion ausbauen, erklärte Solland Solar. Zwischen den Unternehmen besteht bereits Zusammenarbeit: Solland Solar ist Hauptlieferant von Solarzellen für El.Ital und Eli-france.

„In Anbetracht der schwierigen Situation, in der sich die Photovoltaik-Industrie befindet, sind wir überaus glücklich, eine gute Lösung für unsere Zellproduktion gefunden zu haben”, sagte Henk Roelofs, Geschäftsführer von Solland Solar. Im Oktober vergangenen Jahres hatte das Unternehmen bekanntgegeben, ein Drittel seiner 280 Mitarbeiter zu entlassen. Das Management begründete dies mit fallenden Weltmarktpreisen. So seien durch die große Konkurrenz - vor allem aus Asien - die Preise für Solarzellen um rund die Hälfte gesunken.

In den frühen Tagen von Avantis war Solland Solar eine Art Leuchtturm für all das, was dort einmal Wirklichkeit werden sollte: Ein erfolgreiches, auf regenerative Energien spezialisiertes Hightech-Unternehmen. Gegründet wurde Solland Solar 2005 durch ein Investorenkonsortium um den niederländischen Technik-Investor Gosse Boxhorn. Die Blüte währte recht kurz. Das Konsortium verkaufte Solland Solar schon 2007 an Delta, ein Unternehmen aus Zeeland. Kurze Zeit später überschwemmten preiswerte Photovoltaik-Module aus Fernost den europäischen Markt - und Delta verkaufte Solland abermals, diesmal an das Management der Firma, ein sogenanntes Management buy-out.

Der forschungsintensive, ertragsschwache Bereich der Produktion von Photovoltaik-Modulen blieb auf Avantis. Der technisch anspruchslosere - und ertragreichere - Teil des ursprünglichen Unternehmens, die Fertigung von montagefertigen Photovoltaikmodulen für den Einsatz auf Dächern, wurde an den neuen Standort Sittard ausgegliedert. Die dortige Fabrik ist nicht Teil des Verkaufs an die Pufin Gruppe.

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