Aachen: Smartphones ersetzen Geldbörse: Aachen als Vorreiter

Aachen : Smartphones ersetzen Geldbörse: Aachen als Vorreiter

80 Prozent der Menschen in Deutschland verfügen über ein Smartphone, fast jeder Zweite nutzt es bereits für Bankgeschäfte. Da ist der nächste Schritt hin zum bargeldlosen Bezahlen, das bislang eher über Kredit- und Bankkarte geschieht, vorgezeichnet: Das Smartphone dient als elektronische Geldbörse.

Man hält es kurz an das Händlerterminal und schon ist alles bezahlt. Die Sparkassen in Deutschland machen das ab 30. Juli möglich. Die Sparkasse Aachen bietet das System bereits seit Montag an, da sie zu acht Pilotkassen gehört. „Die meisten Menschen tragen ihr Smartphone ständig bei sich“, sagt Ralf Wagemann, Mitglied des Vorstands der Sparkasse Aachen. „Es wird immer mehr zu einem Alleskönner. Das gilt auch für das Abwickeln von Bankgeschäften.“

Das neue System richtet sich an Privatkunden ab 18 Jahre, die am Online-Banking teilnehmen. Benötigt wird ein Smartphone mit Android-Betriebssystem ab Version 5.0 und mit einer Schnittstelle, die eine „Near Field Communication“ (NFC) möglich macht. Der Kunde lädt die App „Mobiles Bezahlen“ aus dem Google Play Store und hinterlegt seine Sparkassen-Card, die Sparkassen-Mastercard oder beide Karten einfach digital.

Die Sparkassen-Kreditkarte Visa soll in künftigen Ausbaustufen ergänzt werden. Wer ein Apple iPhone besitzt, kann die App nicht nutzen, da Apple die NFC-Schnittstelle bisher nicht freigegeben hat. Im Handel sind heute bereits drei Viertel der Händlerterminals mit der Technologie ausgestattet. Zahlungen unter 25 Euro müssen in der Regel nicht mit der persönlichen Identifikationsnummer (PIN) freigegeben werden. Die PIN ist bei der physischen und der digitalen Karte identisch.

Jede Zahlung wird wie eine herkömmliche Kartenzahlung abgebucht; es entstehen keine Zusatzkosten. Wichtig ist der Sicherheitsaspekt: Wagemann betont, dass das mobile Bezahlen „die gleichen hohen Sicherheitsanforderungen erfüllt wie herkömmliche Kartenzahlungen“. Dabei werden keine persönlichen Daten des Kunden übertragen.

(hjd)
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