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Sinken die Telefontarife doch nicht?

Sinken die Telefontarife doch nicht?

Bonn (an-o/dpa/ap) - Mit der freien Wahl der Telefongesellschaft im Ortsnetz sollen die Tarife sinken. Manche Experten sind skeptisch.

Zum 1. Dezember soll das Call-by-Call, das bei Fern- und Auslandsgesprächen bereits seit mehr als vier Jahren möglich ist, auch im Ortsnetz möglich werden. Unter Experten ist aber längst nicht sicher, ob mehr Konkurrenz auch Preisverfall bedeutet. Denn die deutschen Ortstarife gehören im europäischen Vergleich schon heute mit zu den niedrigsten; entsprechend knapp sind die Gewinnmargen.

Mit dem Fall des Telefon-Monopols Anfang 1998 waren die Tarife, bedingt durch scharfen Preiswettbewerb im Fern- und Auslandsbereich, bis zu 90 Prozent gepurzelt. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) erwartet jedenfalls jetzt auch im Ortsnetz sinkende Preise. Ob zum 1. Dezember Call-by-Call Ortsgespräche aber bereits möglich sind, ist, so Experten, eher unwahrscheinlich.

Michael Bobrowski vom Bundesverband der Verbraucher-Zentralen, Berlin: "Die Zeit ist verflucht knapp". Telekom-Sprecher Stefan Broszio warnte indes gestern davor, dass sich die neuen Wettbewerber auf die profitablen Ballungsräume konzentrierten und dem Bonner Telefonriesen die defizitären Anschlüsse auf dem flachen Land überließen.

Gefordert ist also zunächst die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Bonn, die ein geschlossenes Preisregulierungskonzept vorlegen muss.