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Aachen: Siemens ist zufrieden

Aachen : Siemens ist zufrieden

Der Telekom-Zulieferer Cycos AG, Alsdorf, der zu 86 Prozent, zum Elektrokonzern Siemens AG, München, gehört, bleibt als „eigenständige Marke” erhalten, gibt keinen Standort auf und plant keinen Personalrückbau, derzeit sind es 150 Mitarbeiter.

Das versicherte der neue Vorstandschef Jürgen Diller am Dienstag auf der Hauptversammlung (HV) in Aachen. Der Konzern sei mit seiner Neuerwerbung „zufrieden”.

Siemens hatte es aber geschafft, 95 Prozent der Anteile zu übernehmen, um ein „Squeeze-out” starten zu können, d.h. die restlichen Anteilseigner per Barabfindung herauszudrängeln.

Eine HV-Kontroverse mit dem Streubesitz gab es indes um den, so ein Aktionär, „unglaublichen Cash-Bestand” aus dem Börsengang vom April 2000 in Höhe von rund 30 Millionen Euro, die im Finanzpool der Münchener Mutter geparkt sind.

Sie werden mit „läppischen” zwei Prozent verzinst, kritisierte ein Kleinaktionär, da müsse Cycos mehr „rauskitzeln. Finanzvorstand Steffen Schuster indes versicherte, man strebe die „höchstmöglichen Konditionen ohne Kursrisiko” an, das Geld müsse risikolos angelegt werden.

Aktionärsvertreter hinterfragten auch den Verkauf der Cycos-Immobilie an die Pfleiderer GmbH & Co. KG für 3,6 Millionen Euro. Klaus Pfleiderer, Gründer und Großaktionär, war bis 30. Juni 2003 Vorstandschef.

Wie Schuster sagte, war das Geschäft - es flossen 3,6 Millionen Euro - „keine Veräußerung unter Wert”, es habe ein Gutachten vorgelegen. Man sei überhaupt „froh, einen Käufer gefunden zu haben”. Jetzt arbeitet Cycos in den Gebäuden zur Miete - für gut 18.000 Euro im Monat.

Stabilisierung geschafft

Nach dem Rumpfgeschäftsjahr 2003 (1.1. - 30.9) mit 11,26 Millionen Umsatz, 0,246 Millionen Euro Jahresfehlbetrag und 144 Beschäftigten (Ende September) ist, so Schuster, eine „Stabilisierung” trotz des schwierigen Lage der Telekommunikations- und IT-Branche gelungen.

Umsätze und Auftragseingänge waren im 1. Halbjahr 2003/04 (30.9) rückläufig, doch das Betriebsergebnis war mit 0,596 Millionen positiv. Für das Gesamtjahr werden 16 Millionen Umsatz und - dank des Auftragsumsatzes für Siemens - ein positives Ergebnis angepeilt.