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Bonn: Schlechte Apfelernte treibt Saftpreis in die Höhe

Bonn : Schlechte Apfelernte treibt Saftpreis in die Höhe

Nach kargen Erträgen in Europa müssen die Verbraucher für Äpfel und Apfelsäfte auch in Deutschland tiefer in die Tasche greifen. Von der seit zehn Jahren schlechtesten Apfelernte in der EU seien auch osteuropäische Länder betroffen, berichtete der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie am Donnerstag in Bonn.

Sie zählten zu den Hauptverarbeitern von Äpfeln und seien in der EU auch Hauptproduzenten von Apfelsaft und Apfelsaftkonzentrat. Die Tanks seien leer und es gebe bereits eine Verknappung bei Apfelsaft. Es sei nicht auszuschließen, dass die Apfelsaftpreise erstmals über denen von Orangensaft liegen könnten.

Für Deutschland sei in diesem Jahr im Durchschnitt nur eine normale Apfelernte abzusehen, auch wenn in einigen Gebieten gute bis sehr gute Erträge gemeldet würden, teilte der Verband mit. Für die Saftindustrie stünde nur etwa 75 Prozent der Menge von 2006 zur Verfügung.

Die schlechte Ernte in einigen europäischen Nachbarstaaten führe dazu, dass aus den gut mit Äpfeln gesegneten Gebieten in Deutschland gegen Höchstpreise die Äpfel weggekauft würden. Für die regionalen Fruchtsaftunternehmen seien die Preise für Äpfel bereits um bis zu 100 Prozent gestiegen, mit steigender Tendenz.

Dies alles führe zu dramatisch höheren Preisen für Apfelsaftkonzentrat, die bis zu 250 Prozent gestiegen seien. Das seien die höchsten Preise für Apfelsaftkonzentrat seit mehr als zehn Jahren. Die wichtigen Fruchtsäfte und Fruchtsaftkonzentrate werden nach Angaben des Verbands weltweit gehandelt. Deshalb müsse die Situation international bewertet werden.

Von Preiserhöhungen seien neben Apfelsäften alle Produkte betroffen, bei denen Apfelsaft Verwendung findet, wie beispielsweise Apfelsaftschorlen und Multivitaminsäfte. Auch bei anderen Fruchtsaftsorten und weiteren hochfruchthaltigen Produkte der deutschen Fruchtsaftindustrie gebe es sofort Preiserhöhungen.