Maastricht: Ryanair startet in Maastricht kräftig durch

Maastricht : Ryanair startet in Maastricht kräftig durch

Der „Hausflughafen“ der Region startet mächtig durch: Der Maastricht-Aachen-Airport (MAA) steht vor einer deutlichen Steigerung seiner Passagierzahlen. Am Mittwoch eröffnete die irische Billig-Airline Ryanair auf dem Airport in Südlimburg seine erste niederländische Basis. Damit einher geht die Stationierung eines Flugzeugs der Marke Boeing 737-800 mit 189 Sitzplätzen, ein Investment von mehr als 70 Millionen Euro.

Verbunden mit Ryanairs „Einchecken“ auf dem MAA ist der Startschuss für vier weitere Flugverbindungen. Neben altbekannten Zielen in Italien (zum Beispiel Pisa und Mailand), Spanien (Teneriffa) und Portugal kommen ab sofort Dublin, die irische Hauptstadt, London-Stansted und Venedig-Treviso neu auf den Flugplan. Und mit Brive in Südfrankreich wird ab April 2013 eine vierte zusätzliche Destination hinzukommen. Insgesamt wächst das Angebot von Ryanair ab dem Sommerflugplan auf 15 Direktverbindungen ab dem Maastrichter Flughafen. Ryanair strebt nach Angaben seiner Deutschland-Verkaufs- und Marketingleiterin Henrike Schmidt ab nächstem Jahr die Zahl von 550.000 Passagieren ab dem MAA an. 2011 waren es lediglich 150.000 Gäste, allerdings ohne das seinerzeit noch nicht verfügbare Winterangebot. 78 wöchentliche Flüge stehen ab Sommer 2013 auf dem Ryanair-Plan, eine Steigerung um 50 Prozent.

Neues Sterne-Hotel geplant

Auch für Sander Heijmann, den Vorstandschef des Airports, bedeutet das Engagement von Ryanair „einen positiven wirtschaftlichen Impuls“ und einen enormen Sprung in der Auslastung. Zählte der Airport 2011 rund 363000 Passagiere, dürften es in diesem Jahr nach Einschätzung von MAA-Sprecher Mark Keulers zwar „ein paar Prozent weniger“ sein. Aber 2013 soll der Flughafen bereits rund 600000 Passagiere abfertigen. Und der MAA hat auch dann noch jede Menge Luft nach oben, wie Keulers betont: „Bis zu 1,2 Millionen Passagiere können wir verkraften.“ Bald wird es auf dem Airport mehr Platz für zusätzliche Abfertigungsbereiche geben. Denn, so Keulers, das unmittelbar ans Terminal angrenzende Hotel „Tulip Inn“ wird abgerissen und ein Stück entfernt mit doppelter Kapazität, 120 Betten, und kräftig gestiegenem Sterne-Komfort neu errichtet. Den freiwerdenden Platz könne der MAA gut gebrauchen, so Keulers.

Denn neben Ryanair sind auch noch zusätzliche Fluggesellschaften in Maastricht aktiv. Und weitere werden hinzukommen, so der MAA-Sprecher gegenüber unserer Zeitung. So bietet Transavia, die Tochter der niederländischen Gesellschaft KLM, demnächst Verbindungen in die türkische Urlaubshochburg Antalya an.

Und es wird noch mehr Zuwachs geben, wie Keulers auf Nachfrage bestätigte: Der aus Tunesien stammende niederländische Unternehmer Hamid Kerboua, Gründer der inzwischen verkauften Airline Denim Air, will mit weiteren Partnern in Kürze ein neues attraktives Flugangebot präsentieren: Vom MAA aus sollen Maschinen nach Amsterdam und München starten, außerdem nach Berlin — eine Verbindung, die Germanwings bekanntlich erst unlängst aufgegeben hatte.

Doch erst einmal dürfte Ryanair für lange Zeit mit weitem Abstand der absolute Platzhirsch bleiben. Rund 550 regionale Jobs will der Billig-Carrier auf dem MAA sichern. Der Flugplatz zählt derzeit mehr als 800 Arbeitsplätze.

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