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Köln: RWE baut Kohlendioxid-Wäsche

Köln : RWE baut Kohlendioxid-Wäsche

Der Energieerzeuger RWE Power, Köln/Essen, entwickelt mit der BASF und der Linde Group neue Verfahren zur CO2-Abtrennung aus Verbrennungsabgasen in Kohlenkraftwerken, der sogenannten CO2-Wäsche.

Dies beinhaltet Bau und Betrieb einer Pilotanlage am Braunkohlenkraftwerk Niederaußem. RWE Power ist zuversichtlich, die Abtrennung „in absehbarer Zeit zur Marktreife zu führen”, erklärte Vorstand Johannes Lambertz am Freitag.

Mitte 2008 starten die vorbereitenden Arbeiten zum Anschluss der Pilotanlage an den 1000 Megawatt Kraftwerksblock BoA 1 (Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik). Dann folgt die Errichtung der 40 Meter hohen Wäsche, Anfang 2009 soll sie in Betrieb gehen.

„Das Kraftwerk Niederaußem ist zur Erprobung der CO2-Wäsche-Technik ideal geeignet. BoA 1 ist das modernste Braunkohlenkraftwerk der Welt. Die hier gewonnenen Erkenntnisse können wir auch für die, in Neurath im Bau befindlichen, BoA-Blöcke 2 und 3 nutzen”, so Lambertz.

Zudem baut RWE in Niederaußem eine Demonstrationsanlage zur Vortrocknung von Braunkohle (Wirbelschichttrocknung mit integrierter Abwärmenutzung), die den Wirkungsgrad moderner Braunkohlenkraftwerke um weitere vier Prozent steigern wird. „Die Braunkohlenkraftwerke der nächsten Generation werden mit Trockenbraunkohle befeuert. Deshalb ist es sinnvoll, die CO2-Wäsche auch unter Einsatz von Trockenbraunkohle zu testen. Das ist weltweit nur in Niederaußem möglich”, erläuterte Lambertz.

Ziel ist ein Kohlenkraftwerk ohne CO2-Ausstoß

2014 will RWE ein 450-Megawatt-Kraftwerk mit CO2-Abtrennung und -Speicherung in Betrieb nehmen. Das Kohlendioxid gelangt damit nicht mehr in die Atmosphäre.

Die Technologie Integrated Gasification Combined Cycle (IGCC), also die Kohlevergasung mit CO2-Abtrennung, ist die einzige schon heute in großem Maßstab realisierbare Lösung.

Hierbei wird die Vergasung von Kohle mit einer CO2-Abtrennung kombiniert und der Strom in nachgeschalteten Gas- und Dampfturbinen erzeugt.

Mit der als CO2-Wäsche bezeichneten Abtrennung des Kohlendioxids aus dem Rauchgas, die jetzt in Niederaußem gebaut wird, wird ein Verfahren eingesetzt, dass es ermöglicht, durch Nachrüstungen existierender Kraftwerke deren Emissionen nachhaltig zu mindern.

Für beide Vorhaben ist eine CO2-Lagerung erforderlich, um das CO2 sicher in tiefen Gesteinsschichen zu speichern.