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Düsseldorf: Rüttgers lobt Lachgas-Reduzierung: „Emissionshandel funktioniert”

Düsseldorf : Rüttgers lobt Lachgas-Reduzierung: „Emissionshandel funktioniert”

Für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zeigt die neue Lachgas-Reduzierungsanlage des Spezialchemie-Konzerns Lanxess: „Der Emissionshandel funktioniert.”

Rüttgers stellte am Montag gemeinsam mit Lanxess-Vorstandschef Axel Heitmann die Umwelt-Investition vor, die der Chemiespezialist über den Verkauf von Verschmutzungsrechten finanziert. Nach Heitmanns Angaben ist es das erste industrielle Vorhaben dieser Art, für das der Emissionshandel genutzt wird.

Anfang 2009 soll die neue Anlage im Krefelder Lanxess-Werk in Betrieb gehen. Die Investitionen von bis zu 10 Millionen Euro werde Lanxess bereits 2012 durch den Verkauf der Emissionszertifikate, die der Konzern dann nicht mehr benötige, wieder eingespielt haben, rechnete Heitmann vor. Den Zertifikate-Handel hatte die EU 2005 eingeführt. Unternehmen dürfen Kohlendioxid nur ausstoßen, wenn sie dafür die nötigen Handelsrechte besitzen. Wer vergleichsweise sauber produziert, kann die ihm kostenlos zugeteilten Zertifikate verkaufen.

Lanxess produziert in seinem Werk Krefeld-Uerdingen das Kunststoff-Vorprodukt Adipinsäure. Dabei entsteht Lachgas. Für Menschen ist Distickstoffmonoxid, so der chemische Name, ungiftig. Früher wurde es als Narkosemittel eingesetzt, heute treibt es noch Sprühsahne aus der Dose. Für die Umwelt ist Lachgas dagegen ein Problem.

Es sei rund 310 Mal schädlicher als Kohlendioxid, sagte Heitmann. Die durch die neue Anlage pro Jahr neutralisierten 5000 Tonnen Lachgas entsprächen umgerechnet gut 1,5 Millionen Tonnen CO2, so viel Klimagas, wie knapp zwei Millionen Kleinwagen mit einer Jahresleistung von jeweils 12.000 Kilometern ausstoßen.

Das Lanxess-Projekt sei „ganz vorbildlich”, lobte Rüttgers. Dass der Regierungschef eine Investition von zehn Millionen Euro vorstellt, kommt nicht so häufig vor. Aber in diesem Fall kam es dem Ministerpräsidenten wohl auch auf die Symbolkraft an: „Klimapolitik ist für die Landesregierung von erheblicher Bedeutung.” Immerhin schaffe Lanxess mit der Reduzierung von 1,5 Millionen Jahrestonnen einen ganz erhebliche Teil der 9 Millionen Tonnen CO2, die die gesamte Chemiebranche einsparen wolle. „Da muss man sich einfach freuen”, meinte Rüttgers.