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Aachen: Regionaler Einzelhandel sieht sich gut aufgestellt

Aachen : Regionaler Einzelhandel sieht sich gut aufgestellt

Trotz jahrelanger Rezession sieht sich der regionale Einzelhandel im Standortwettbewerb gut aufgestellt.

„Es tut sich sehr viel”, sagte der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Aachen-Düren, Manfred Piana am Donnerstag unter Hinweis auf die erheblichen Investitionen der Branche im Oberzentrum Aachen und in einigen Mittelzentren.

Auch gemessen am Preis-Leistungsverhältnis könnten die Betriebe der Konkurrenz in den Niederlanden und Belgien Paroli bieten. Dies zeige auch der Kunden-Zustrom aus den Nachbarländern.

Konjunkturell zeichne sich inzwischen eine Besserung ab, sagte Verbandspräsident Herbert Sütterlin bei der Vorlage der jüngsten Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen.

Gehofft werden könne auf „ein Stoppen des Negativtrends, da vereinzelt sogar ein leichter Aufschwung zu verzeichnen ist”, meinte der Aachener Lebensmittelkaufmann.

Knapp 60 Prozent der befragten Betriebe erwarteten 2004 einen Umsatz, der auf Vorjahresniveau oder darüber liege - trotz der weiterhin trägen Entwicklung nach dem Jahreswechsel. „Der Kunde überlegt jeden Kauf sehr genau”, so Piana.

Fast die Hälfte der Betriebe bemängelt in der Umfrage, dass die Qualität und Attraktivität ihres Standortes in den letzten fünf Jahren abgenommen habe. „Das ist sehr erschreckend”, klagte Piana.

Negativ zu Buche schlügen hier auch die Leerstände von Ladenlokalen in Randlagen. Auf der Wunschliste der Einzelhändler stünden Sauberkeit und Sicherheit in den Innenstädten, mehr Grün in den Straßen, Erreichbarkeit sowie Parkmöglichkeiten für die Kunden.

Bei der Neugestaltung von Straßen seien nicht nur die Stadtverwaltungen, sondern auch die Anlieger gefordert. Denkbar seien etwa Fassadenwettbewerbe wie in Düren, fügte Vize-Präsident Jörg Hamel hinzu.

Zugleich warnt der Verband vor einer weiteren Flächenexpansion angesichts stagnierender und schrumpfender Branchenumsätze.

Halte das „unkontrollierte Wachstum” an den Ausfallstraßen” an, seien eines Tages „Einzelhandelsruinen am Stadtrand” zu befürchten.

Kernelement einer lebendigen Innenstadt bleibe der mittelständische Facheinzelhandel. Von den Kommunen sei ein „klares Ja zur Innenstadt” gefordert, unterstrich Piana.

In Randlagen, etwa in ländlichen Gemeinden, hingegen „besteht die Gefahr”, dass künftig die Nahversorgung nicht mehr gewährleistet sein werde.

Der Einzelhandelsverband Aachen-Düren plädiert trotz der geplanten Abschaffung der beiden Schlussverkaufstermine im novellierten Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) für die Beibehaltung dieses „Super-Marketinginstruments”.

Wie Präsident Herbert Sütterlin und Geschäftsführer Manfred Piana erklärten, seien der WSV und der WSV eine „liebgewonnene Tradition”.

Der Kunde wisse eben, „dass es zu bestimmten Zeiten besonders hohe Rabatte gibt. Tägliche Rabattschlachten machen uns Einelhändler dagegen unglaubwürdig”, erläuterte Sütterlin.

Der Verband werde jetzt alles daran setzen, regionale Schlussverkäufe zu organsieren. Doch insgesamt seien die Betriebe eher skeptisch, ob dies praktikabel sei.

Eingespielt hätten sich die neuen Ladenöffnungszeiten an Samstagen. Sie seien ein „Serviceplus für die Kunden sagte Vizepräsident Jürgen Fleckenstein.

Mehr Umsatz werde aber dadurch nicht erwirtschaftet, zu beobachten sei lediglich eine Umsatzverlagerung in 1a-Lagen, die länger geöffnet hätten.