Düsseldorf: Regionaldirektion NRW testet anonyme Bewerbungen

Düsseldorf: Regionaldirektion NRW testet anonyme Bewerbungen

In einem Modellversuch testet die Regionaldirektion NRW der Bundesanstalt für Arbeit als eine der bundesweit ersten Behörden anonymisierte Bewerbungen.

Dies gelte zunächst für die Bewerbungen für den Führungsnachwuchs, teilte die Regionaldirektion am Freitag in Düsseldorf mit. Erwartet werden etwa 2000 Bewerbungen.

Für die erste Phase würden Teile der Schreiben geschwärzt, sagte die Sprecherin Aneta Schikora. Damit blieben Namen, Foto, Geburtstag und andere Daten zur Identifizierung zunächst verborgen. Auf diese Weise sollen Benachteiligungen etwa von älteren Bewerbern, Frauen mit Kindern oder Migranten unterbunden werden.

Erst in der zweiten Phase werde, zu Beispiel für Vorstellungsgespräche, die Anonymität aufgehoben, erläuterte die Sprecherin. Der Modellversuch dauere ein Jahr. Er betreffe Bewerbungen für den Nachwuchs in den Führungsetagen und für Studienplätze an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit.

Christiane Schönefeld, die Leiterin der Regionaldirektion, sagte, mit dem Modellversuch solle auch ein Signal für Vielfalt und gegen Diskriminierung gesetzt werden. Sie hoffe, dass mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln ermutigt würden, sich für eine Führungsposition in der Bundesbehörde zu bewerben. Derzeit hätten in den Agenturen für Arbeit in NRW rund acht Prozent der Beschäftigten einen Migrationshintergrund. „Das aber bildet nicht den realen Anteil in der Bevölkerung ab”, sagte sie.