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Aachen: Region will sich als Arbeitsort für Fachkräfte besser positionieren

Aachen : Region will sich als Arbeitsort für Fachkräfte besser positionieren

Der „Kampf um die besten Köpfe”, wie es Ulrich Schirowski nennt, ist angesichts des demografischen Wandels längst mit voller Macht entbrannt.

Viele Unternehmen würden gern die dringend gesuchten Fachkräfte einstellen, wenn sie denn nur zu finden seien, sagt der Geschäftsführer der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit).

Damit insbesondere auch die regional vorhandenen Potenziale an möglichen künftigen Mitarbeitern ausgeschöpft werden können, soll wesentlich kräftiger und effizienter als bislang mit den Pfunden gewuchert werden, die in Form ungezählter Hightech-Perlen zwischen Aachen, Heinsberg und Düren schlummern. Mancher „hidden Champion”, heimlicher Sieger oder gar Weltmarktführer, stecke unter den Mittelständlern der Region. Das wollen die für die Wirtschaftsförderung Verantwortlichen noch offensiver als bislang kommunizieren.

Denn, so Elke Breidenbach und Nina Walkenbach von der Regionalagentur - Agit, viele der alljährlich rund 5000 Absolventen der Aachener Hochschulen wüssten gar nicht, dass es auch vor Ort in der Region überaus attraktive Firmen und damit auch Jobangebote gebe, die durchaus mit den vermeintlich attraktiveren „Magneten” im Süden Deutschlands mithalten könnten.

Die regionalen Akteure haben schon vor einigen Jahren damit begonnen, über die „Nacht der Unternehmen” neue Aufmerksamkeit bei den Studenten zu wecken, ihr berufliches Glück unmittelbar dort zu suchen, wo sie sich jahrelang auf die Arbeitswelt vorbereitet haben. Und sozusagen ein Dauerangebot dieses eintägigen Job-Spots, eine „Verstetigung dieses Events” wurde inzwischen in praktikable Form gebracht: das Job- und Karriereportal für die Region Aachen, schnell und unkompliziert anzuklicken über die Internetadresse karriere.ac. Das Portal, in dem sich auch Unternehmen präsentieren können, soll auf möglichst viele regionale Branchen übertragen werden.

Rolf Geisen, stellvertretender Vorsitzender des IT-Unternehmensverbands Regina, der als „Vater” des neuen Portals gilt, wäre schon froh, wenn es mit dessen Hilfe gelänge, „ein paar Prozent mehr” von den Absolventen in der Region zu halten. Wie viele es bislang sind, die dort bleiben wollen, wo sie studiert haben, wissen die Initiatoren des Projekts nicht genau. Elke Breidenbach schätzt sie auf etwa 20 Prozent.

Dass angesichts des Bewerbermangels die Gehaltsfrage ein entscheidendes Argument dafür sei, zu einer bestimmten Firma zu gehen, will Stefan Fritz, Geschäftsführer der Aachener Synaix GmbH, Gesellschaft für angewandte Informationstechnologien, nicht unbedingt gelten lassen. Wie viel Geld jemand verdienen könne, sei vielfach nur dritt- oder viertrangig, sagt der Manager, in dessen Räumen das neue Portal präsentiert wurde. Ob Verantwortung übernommen oder „mit welcher Technik gearbeitet” werden könne, interessiere Jobsucher meist viel mehr. Und wer nur des Geldes wegen komme, „ist oft nach zwei Jahren auch schon wieder weg”.