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Aachen: Region macht vor Aachener Bahn-Gipfel mächtig Dampf

Aachen : Region macht vor Aachener Bahn-Gipfel mächtig Dampf

Kurz vor dem ersten Gespräch zwischen Vertretern der Deutschen Bahn (DB), dem Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp und dem Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes (AVV), Hans Joachim Sistenich, am kommenden Donnerstag macht die Region auf vielen Gleisen mächtig viel Dampf für den Erhalt des Aachener Hauptbahnhofs als ICE-Haltepunkt.

Nach den zahlreichen Protestnoten der regionalen Bundestagsabgeordneten sowie dem offenen Brief von Hochschulen, Industrie, Handwerk und Handel an DB-Chef Rüdiger Grube wird jetzt auf der Straße und im Internet um Unterstützter geworben.

So hat etwa die Aachener FDP-Abgeordnete Petra Müller die Initiative „Aachen macht mobil - ICE-Halt muss bleiben” ins Leben gerufen. Auf der Homepage http://www.aachenmachtmobil.de können sich Interessierte als Unterstützer eintragen und sich an einer Umfrage beteiligen. Schließlich droht mit der ab 2013 geplanten ICE-Verbindung zwischen Frankfurt und London, dass Aachen in großen Teilen vom europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz abgekoppelt wird. „Es reicht nicht, Briefe zu schreiben. Wir müssen die Bürger mobilisieren, denn die sind die Kunden der Bahn”, sagt Müller. Abgeordnete wie Rudolf Henke (CDU) oder auch der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), Fritz Rötting, haben eigene Facebook-Gruppen gegründet.

Dabei haben sich am Freitag in Berlin die regionalen Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen mit Rötting darauf verständigt, die Aktionen über die IHK zu bündeln. „Es macht sicherlich mehr Eindruck, wenn wir der Bahn über eine Stelle alle Unterschriften zukommen lassen”, sagt Rötting, der auch schon die Zeit nach dem Aachener Bahngipfel skizziert. So soll nach dem Gespräch eine Arbeitsgruppe gebildet werden, um mögliche planerische, technische und finanzielle Fragen zu klären. „Wir wollen der Bahn dabei helfen, bis zum Sommer zu einer positiven Entscheidung zu kommen”, sagt Rötting.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt ist optimistisch, dass auch künftig ICE-Züge in Aachen halten werden. Mitte dieser Woche habe Bahnchef Grube ihr „glaubwürdig zugesichert”, dass die DB bemüht sei, eine Lösung zu finden. Wie teuer diese für Aachen und die Region werden könnte, wird wohl ein zentrales Thema des Gesprächs bei OB Philipp sein. Schließlich betont der DB-Konzernbevollmächtigte für NRW, Reiner Latsch, dass alle Halte „wirtschaftlich darstellbar sein müssen, wobei insbesondere die notwendigen Investitionen in die Sicherheitsbereiche zu berücksichtigen sind”.

Da der London- ICE durch den Kanaltunnel rauscht, müssen Sicherheitsschleusen und Wartebereiche gebaut werden. Und dies ist aus räumlichen Gründen durchaus schwierig.

Info-Veranstaltung nimmt Schienen-Engpass unter die Lupe

Nicht nur der mögliche Wegfall des ICE-Halts beschäftigt die Region, sondern auch der drohende Bahninfarkt rund um den Knoten Aachen-Hauptbahnhof. Schon jetzt sind die Strecken zwischen Aachen und Köln, aber auch in Richtung Düsseldorf überlastet, wie eine jüngst von den Grünen beauftragte Studie ergibt. Dabei wird sich der Güterverkehr auf den Schienen in den nächsten Jahren weiter kräftig erhöhen. Und so fordert die Region ein drittes Gleis vor allem für die Strecke nach Köln.

Vor diesem Hintergrund lädt die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius zu einer Info-Veranstaltung ein. Dabei wird nicht nur die Studie vorgestellt. Vielmehr werden Vertreter des NRW-Verkehrsministeriums und des Antwerpener Hafens sowie der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion sprechen. Die Veranstaltung findet am Freitag, 1. April, um 17 Uhr im Technologiepark Herzogenrath, Kaiserstraße 100, statt. Anmeldung unter 0241/45032011, Fax: 0241/45006793, E-Mail: bettina.herlitzius@wk.bundestag.de