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Stolberg/Luxemburg: Prym muss 27 Millionen Bußgeld an EU bezahlen

Stolberg/Luxemburg : Prym muss 27 Millionen Bußgeld an EU bezahlen

Der Europäische Gerichtshof, Luxemburg, hat am Mittwoch in erster Instanz das Urteil im von der William Prym GmbH & Co. KG, Stolberg, angestrengten Prozess gefällt.

Demnach muss das Unternehmen ein Bußgeld von 27 Millionen Euro zahlen, weil seine 100-prozentige Tochter Consumer von 1994 bis 1999 unerlaubte Markt- und Preisabsprachen mit dem britischen Konkurrenten Coats im Bereich Öhrnadeln getroffen hat.

Die Minderung des von der EU-Wettbewerbskommission Ende 2004 auf 30 Millionen Euro festgesetzten Bußgeldes wird damit begründet, dass Prym die Vorwürfe nicht bestritten habe.

Für Coats wurde das Strafmaß von 30 auf 20 Millionen Euro heruntergesetzt, weil die Teilnahme an einem Kartell von 1997 bis 1999 nicht nachgewiesen werden konnte, so das Gericht.

Der Vorsitzende der Prym-Geschäftsführung, Andreas Engelhardt, zeigte im Gespräch mit unserer Zeitung wenig Verständnis für den Urteilsspruch. „Ich bin sehr enttäuscht. Ich hatte auf eine für ein mittelständisches Unternehmen angemessene Reduzierung gehofft.”

Engelhardt, der das Unternehmen seit Oktober 2005 führt, betonte zugleich, dass sich geplante Investitionen zwar verzögern würden, Prym aber auf Wachstumskurs bleiben werde. „Wir haben Rückstellungen gebildet und sind in unseren Planungen immer vom schlimmsten Fall ausgegangen.” Die EU-Kommission und Prym können innerhalb von zwei Monaten Berufung gegen das Urteil einlegen.

Prym ist das älteste industrielle Familienunternehmen Deutschlands. Die Gruppe, die mit 3900 Mitarbeitern 356 Millionen Euro (2006) umsetzt, ist in den Bereichen Näh- und Handarbeitsartikel, Verschlüsse für Bekleidung und technische Textilien sowie in den Bereichen Werkstoff- und Oberflächentechnik, Mechatronik und Verbindungselemente tätig. So produziert Prym etwa Kontaktelemente aus Band und Draht für Automobilhersteller und die Elektroindustrie.