Düsseldorf: Produktion der E-Autos belastet die Umwelt stärker als die von Benzinern

Düsseldorf: Produktion der E-Autos belastet die Umwelt stärker als die von Benzinern

Zum 1. Januar 2017 waren nach Angaben des Kraftfahrbundesamtes 34.000 Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs. Gegenüber dem Vorjahr war das zwar eine Steigerung um 33,4 Prozent. Aber selbst wenn man noch die Hybridfahrzeuge hinzurechnet, macht ihr Anteil bei insgesamt 45,8 Millionen Pkws in Deutschland gerade 0,1 Prozent aus.

Nach dem Willen der Bundesregierung soll aber die Zahl der Elektrofahrzeuge bis 2020 auf eine Million gesteigert werden. Und seit dem Dieselskandal und der Diskussion um die Luftverschmutzung in den Städten gilt die E-Mobilität ohnehin als der neue grüne Heilsbringer. Zu Recht?

Unstrittig ist, dass die Produktion von Elektroautos umweltbelastender ist als die von klassischen Benzinern. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik entstehen dabei 60 Prozent mehr C02-Emissionen. Und ein Forschungsprojekt des Wuppertal-Instituts für das Bundesforschungsministerium hat ergeben, dass die Herstellung eines Benziners nur 56 Prozent der Ressourcen eines Elektrofahrzeugs braucht.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums betrug der Anteil regenerativer Energien an der Bruttostromerzeugung im vergangenen Jahr erst 29 Prozent. Beim Bruttostromverbrauch lag der Anteil bei 31,7 Prozent. Ziel ist es, den Anteil bis 2025 auf 40 bis 45 Prozent und bis 2035 auf bis zu 60 Prozent zu erhöhen. Der Ausbau der regenerativen Energien erfolgt also parallel zum angestrebten Wachstum bei der E-Mobilität.

Viel besser sieht es beispielsweise schon im Boomland Norwegen aus. Weil dort 98 Prozent der Energie aus Wasserkraft gewonnen werden, fällt die Ökobilanz der Elektroautos wesentlich günstiger aus. Angaben darüber, ab welcher Kilometerleistung Elektroautos in Sachen Umwelt an Benzinern vorbeiziehen, schwanken zwischen 30.000 und 100.000 Kilometern.

Kritischer Rohstoff Kobalt

An der RWTH Aachen befasst sich der Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) in zahlreichen Forschungsprojekten mit der Elektromobilproduktion.

Wissenschaftler Ansgar vom Hemdt ist bei den Entwicklungsperspektiven von Batterien zuversichtlich: „Dabei werden sowohl die Kapazität als auch die Schnellladefähigkeit und die Sicherheit weiter steigen. So kann durch das Ersetzen von Materialien in der Batterie, beispielsweise die Reduzierung des Kobaltanteils und die Erhöhung des Nickelanteils, die Kapazität weiter gesteigert und gleichzeitig die Ökobilanz verbessert werden.“ Der vollständige Verzicht auf Kobalt sei aber noch nicht absehbar.

Kobalt ist von der Europäischen Kommission auf die Liste der kritischen Rohstoffe gesetzt worden, vor allem weil im Schnitt der vergangenen Jahre 64 Prozent der Weltproduktion in der Demokratischen Republik Kongo erfolgten, wo Kinderarbeit die Regel ist und die Umwelt- und Arbeitsstandards miserabel sind.

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