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Aachen: „Produkt mit Dienstleistungen intelligent kombinieren”

Aachen : „Produkt mit Dienstleistungen intelligent kombinieren”

Wenn Hersteller von Sachgütern auf dem Weltmarkt erfolgreich sein wollen, müssen sie „Dienstleister-Denke” entwickeln. Das sagte Prof. Günther Schuh, Direktor des Forschungsinstituts für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen, am Mittwoch auf dem 10. Aachener Dienstleistungsforum.

„Dienstleistung macht den Unterschied” im Wettbewerb. Die „wirksamste Maßnahme” auch im Kampf gegen Produktpiraterie sei es, ein Produkt mit Dienstleistungen zu einem Paket zu bündeln und als „produktbasiertes Leistungssystem”, als „intelligente Kombination von Produkt und Dienstleistung” anzubieten.

Dienstleistung bedeute dauernden Kundenkontakt, der „ab und zu durch einen Maschinenverkauf unterbrochen” werde. Die Angebotspalette reiche von Finanzierung über „Schulung, Schulung, Schulung”, Beratung, Montage, (Fern-) Wartung, Reparatur und Modernisierung bis hin zur Entsorgung des verkauften Produktes.

„Wenn Sie etwas nicht anbieten, machen Sie einen Fehler”, sagte Schuh auf dem Forum mit 180 Teilnehmern.

Dass eine Dienstleistung, „ergänzt oder garniert mit einem Produkt”, ein Verkaufsschlager sein könne, zeige der MP3-Player iPod, an sich „keine so tolle technische Erfindung”. Aber die dazugehörigen Funktionen - „im wesentlichen Dienstleistung” - stellten einen hohen Kundennutzen dar.

Wietere Erfolgsbeispiele seien der Landtechnik-Hersteller Claas, Harsewinkel, der für Bauern auch die Ertragskartierung übernehme, oder der Windkrafttechniker Nordex, Hamburg, der Anlagenbetreibern Fernüberwachung oder die Dokumentation der Daten der Anlage anbiete.

Dienstleistungen seien auch ein wichtiger Treiber, um technischen Innovationen zum Durchbruch zu verhelfen, betonte Schuh. Abnehmer einer neuartigen Maschine erhielten etwa Unterstützung wie zum Beispiel in Form eines Marketingskonzeptes dabei, neue Kundengruppen zu erschließen.

Und auch das neue „RWTH Campus”, dass der Rektoratsbeauftragte Schuh in Aachen-Melaten projektiert hat, wird ein „Dienstleistungszentrum” sein. Die Hochschule erwartet, dass nach Investitionen von 750 Millionen Euro in Immobilien und Infrastruktur Unternehmen und Forschungsinstitute in Clustern zusammenarbeiten und - im nächsten Jahrzehnt - rund 10.000 Mitarbeiter an diesem dann europaweit führenden Technologiestandort beschäftigen.