Aachen: Privatkunden der Sparkasse Aachen investieren im Zinstief verstärkt in Wertpapiere

Aachen : Privatkunden der Sparkasse Aachen investieren im Zinstief verstärkt in Wertpapiere

„Gut gestartet und auf Wachstumskurs“: Norbert Laufs blickt auf einen erfolgreichen Start als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen zurück. „Mit der geschäftlichen Entwicklung sind wir sehr zufrieden“, sagte Laufs am Montagabend bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz 2018.

Laufs hatte im Januar die Nachfolge von Hubert Herpers angetreten, der Ende 2017 nach mehr als 48 Jahren in den Ruhestand gegangen war. Die Zahlen bestätigen Laufs Aussage: Die Einlagen der Privatkunden erhöhten sich um 110 Millionen Euro (1,8 Prozent) und überschritten damit erstmals einen Bestand von sechs Milliarden Euro.

Das anhaltende Niedrigzinsniveau schlage sich auch auf das Anlageverhalten der Kunden nieder. So nehme das Interesse an Wertpapieren weiter zu, sagte Laufs. Mit 46 Millionen Euro habe der Wertpapier-Nettoabsatz in den ersten sechs Monaten 2018 deutlich über dem Vorjahreswert von 29 Millionen Euro gelegen. „Die klassische Kapitallebensversicherung als Säule der Altersvorsorge ist so gut wie tot“, betonte Laufs.

Der Gesamtbestand der Kundeneinlagen stieg um zehn Millionen Euro auf 8,2 Milliarden Euro. Die „Strafzinsen“ von 0,4 Prozent bei Anlage von Geldern bei der Europäischen Zentralbank (EZB) betrifft nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden nur einzelne institutionelle und Firmenkunden. „Der ,normale‘ und treue Sparkassenkunde ist nicht betroffen“, versicherte Laufs.

Auch das Kreditgeschäft der Sparkasse Aachen entwickelt sich den Zahlen zufolge dynamisch. Im ersten Halbjahr wurden mittel- und langfristige Darlehen in Höhe von 770 Millionen Euro zugesagt. Die niedrigen Zinsen seien nach wie vor „ideal für Häuslebauer“, sagte Laufs. Trotzdem erlebe der Bausparvertrag eine „Renaissance“. Laufs: „In der ersten Jahreshälfte hat die Sparkasse bereits Bausparverträge mit einem Volumen von 119 Millionen Euro an die LBS vermittelt.“ Im Vorjahreszeitraum waren es 108 Millionen Euro.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2018 geht die Sparkasse von einem Betriebsergebnis von rund einem Prozent der Durchschnittsbilanzsumme aus. Nach 1,20 Prozent in 2017 seien die Erwartungen damit zwar etwas niedriger, doch sei die Differenz dem weiter sinkenden Zinsüberschuss geschuldet. „Wir können uns dem allgemeinen Trend nicht entziehen“, sagte Laufs. Eine kurzfristige Zinswende sei mit Blick auf die Politik der EZB nicht in Sicht. Laufs: „Auch wenn die Zinsen wieder steigen, wird es Jahre dauern, bis das Zinsergebnis der Kreditinstitute an frühere Jahre anknüpfen kann, sofern dies überhaupt der Fall sein wird.“

Die sogenannte Bürgerdividende betrug im vergangenen Jahr 43 Millionen Euro, rechnete Christian Burmester, Vize-Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, vor. „Rund 16,4 Millionen Euro wurden erneut an die Stadt Aachen und die Städteregion Aachen ausgeschüttet.“ Mit weiteren 7,2 Millionen Euro aus Spenden, Stiftungs- und Prämienloserträgen sowie Sponsoring seien unter anderem Vereinsaktivitäten, Stipendien oder Preisvergaben gefördert worden. Dass die Digitalisierung auch bei der Sparkasse Aachen nicht aufzuhalten ist, zeigen Neuerungen rund ums bargeldlose Bezahlen in diesem Sommer. Burmester erinnerte an die Echtzeitüberweisung, die seit dem 10. Juli angeboten wird, das Bezahlen kleinerer Beträge von Handy zu Handy mit der Anwendung „Kwitt“ sowie den Service, dass die Kunden seit kurzem auch Konten anderer Kreditinstitute in ihr Online-Banking einbinden können. In Kürze soll —für Android-Nutzer — auch das Bezahlen mit dem Smartphone an der Kasse möglich sein.

Per 30. Juni hatte die Sparkassen Aachen 1856 Mitarbeiter. Gesucht werden nach Angaben des Sparkassenvorstandes weiterhin Auszubildende. Und Laufs erinnerte daran: „Wir bilden aus, um die Auszubildenden anschließend in ein Angestelltenverhältnis zu übernehmen.“

Mehr von Aachener Zeitung