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Düsseldorf/Berlin: Preisepurzeln vor dem WSV

Düsseldorf/Berlin : Preisepurzeln vor dem WSV

Bereits drei Wochen vor dem offiziellen Beginn des diesjährigen Winterschlussverkaufs (WSV) regiert im deutschen Einzelhandel der Rotstift.

Mehrere Konzerne werben mit Reduzierungen von bis zu 50 Prozent bei bestimmten Artikeln. Damit geht die im Dezember ausgebrochene beispiellose Rabattschlacht ohne Unterbrechung weiter.

Hintergrund der Rabattschlacht sind nach Einschätzung des Branchenverbandes HDE, Berlin, Umsatzrückgänge.

Minus bei Textilien

Wie das Statistische Bundesamt, Wiesbaden, am Montag mitteilte, setzte der deutsche Einzelhandel im November des vergangenen Jahres 4,2 Prozent weniger um. Preisbereinigt waren belief sich der Umsatzrückgang gegenüber dem November 2002 sogar auf 4,8 Prozent.

Besonders stark - um mehr als acht Prozent - schrumpfte der Umsatz bei Bekleidung und Schuhen. Nur bei Kosmetik und Arznei blieb der Umsatz stabil.

„Das ist der Auslöser der Rabattaktionen gewesen, die lange vor Weihnachten eingesetzt haben und im Januar fortgesetzt werden”, meint HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Der Umsatzrückgang von mehr als 4 Prozent im November spiegele die Verunsicherung der Verbraucher in der Frage der Steuerreform wider.

Die Entscheidung sei aus Sicht des Handels zu spät gefallen. „Wir profitieren nur ein wenig von dem Reförmchen”, sagte Pellengahr. Es reiche nicht aus, um die Konsumbremsen zu lösen. Der anhaltend „ruinöse Rabattwettbewerb” im Handel gehe daher weiter.

Der HDE geht davon aus, dass der Umsatz der Branche 2003 um ein Prozent geschrumpft ist, die Discounter hätten dagegen ein zweistelliges Wachstum verbucht.

Der WSV vom 26. Januar bis zum 7. Februar 2004 wird nach HDE-Meinung nicht mangels Teilnehmer ausfallen. „Der Winterschlussverkauf ist ein so großes Thema, da kann es sich keiner leisten zu sagen, bei mir gibt es keine Preisreduzierungen”, meinte der Verbandssprecher.

Besonders preisaggressiv zeigten sich im neuen Jahr Töchter des Branchenriesen Metro. Die Baumarktkette Praktiker startete eine Rabattaktion. Die Elektronikmärkte Saturn und MediaMarkt werden noch preisaggresiver.