Aachen: Preis für gutes Marketing wird zum dritten Mal verliehen

Aachen: Preis für gutes Marketing wird zum dritten Mal verliehen

Nein, überrascht war Günter Bleimann-Gather, Präsident des Aachener Marketing-Clubs, nicht, als zur Verleihung des ersten Marketingpreises im Jahr 2013 der Hauptredner Fritz Pleitgen alles andere als einen Lobgesang auf das Stadtmarketing Aachens begann.

Mit seiner Kritik an „verstaubten“ Traditionsveranstaltungen, die man neu denken solle, mischte er Aachen gehörig auf und trat eine Diskussion unter anderem über den Karlspreis und den Orden wider den tierischen Ernst los.

Am kommenden Mittwoch endet die Bewerbungsphase für die dritte Verleihung des Marketingpreises. Am 18. November werden die Preisträger in feierlichem Rahmen im Aachener Eurogress bekanntgegeben. Es wird die letzte Preisverleihung sein, die mit Bleimann-Gather als Club-Präsident stattfindet, denn seine vierjährige Amtszeit endet im kommenden Mai.

Bleimann-Gather, Vorstandsvorsitzender der Aachener Tema AG, erinnert sich noch ganz gelassen an den Moment, in dem Pleitgen die Zuhörer mit seiner Kritik überraschte: „Ich hatte mir durchaus gedacht, dass er keine brave Laudatio halten würde. Klar, was er sagte, war kontrovers, aber Marketing soll auch hervorstechen und mit Denkgewohnheiten brechen.“ Mit Pleitgen als Redner nahm er genau das in Kauf und pokerte erfolgreich: „Die Rede ist viel diskutiert worden. Von daher ist auch der Marketingpreis vielen im Gedächtnis geblieben.“

Bleimann-Gather selbst hatte damals die Idee, einen solchen Preis ins Leben zu rufen: Denn obwohl es in der ganzen Region viele Unternehmen und Institutionen mit gutem Marketing gebe — an einer gemeinsamen Plattform mangele es noch. „Bereits im ersten Jahr hatten wir 60 Bewerbungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen — eine riesige Zahl für einen neuen Preis“, sagt Bleimann-Gather. Und die Tendenz sei in jedem Jahr weiter steigend.

Das Potenzial für gutes Marketing läge in der Vielfalt und Qualität der Unternehmen und Institutionen in der ganzen Region, findet der Club-Präsident und betont — ähnlich wie Pleitgen damals — Alleinstellungsmerkmale der Stadt, die man marketingtechnisch nutzen könne und müsse: allen voran die Kaiserstadt, den CHIO und vor allem Wissenschaft und Technologie. „Aachen ist voll mit Wissenschaftlern. Damit muss man werben, um sich nach außen zu präsentieren.“ Und die Stadt nutze diese Möglichkeiten, findet Bleimann-Gather mit Verweis auf das Karlsjahr 2014 und das anstehende Wissenschaftsjahr 2016.

„Wir sind nicht auf gleicher Höhe mit Düsseldorf oder Hamburg, wo es große Marketingagenturen gibt, aber wir brauchen uns auch nicht zu verstecken.“ Er sei derzeit sehr zufrieden mit den Werbemaßnahmen, die in Aachen ergriffen würden, weil es ein gutes Zusammenspiel sei: „Eine Stadt braucht konservative, mutige und auch grenzüberschreitende Elemente“, findet er und lobt als Beispiel die Querdenker-Veranstaltungen im vergangenen Jahr, die eine Zukunftsvision von Aachen hervorbrachten.

Beim diesjährigen Marketingpreis wird CDU-Politiker Armin Laschet als Hauptredner auftreten. Er berichtet von seinen Erfahrungen im Silicon Valley und den daraus resultierenden Erkenntnissen über die Digitalisierungsmöglichkeiten in unserer Region. Im Anschluss gibt es eine Podiumsdiskussion mit Vertretern des Clubs und des Dachverbands. Dabei wird über Sinn und Nutzen des Preises für die Region diskutiert.

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