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Positive Bilanz 2019 für Commerzbank Aachen

Mehrere tausend Neukunden : Commerzbank Aachen zieht positive Bilanz

Die Commerzbank gewinnt 2019 fast 3300 neue Kunden hinzu und die Immobilienkredite bleiben trotz hoher Kaufpreise stark gefragt.

Um neue Kunden zu gewinnen, verfügt die Commerzbank derzeit über etwas, das Stephanie Doll als „Magnet“ bezeichnet. Die Zahlen geben ihr recht: 3299 Personen eröffneten 2019 in der Aachener Niederlassung ein Konto. „Das sind noch einmal 93,8 Prozent mehr als im Vorjahr“, sagt die Leiterin des Bereichs Privat- und Unternehmerkunden in Aachen. Insgesamt verfügt ihr Haus damit über 100.013 Kunden an zwölf Commerzbank-Standorten zwischen Simmerath, Aachen, Heinsberg und Düren.

Deutschlandweit betreut die Commerzbank elf Millionen Kunden. Der Magnet: das kostenlose Girokonto. „Weil immer mehr Banken es abschaffen, ist die Wechselbereitschaft der Kunden so hoch wie nie“, erklärt Doll. „Wir werden das kostenlose Girokonto auch weiterhin anbieten, sehr zum Ärger mancher Wettbewerber.“

Für Ärger bei den Bankkunden sorgt hingegen das seit zehn Jahren andauernde Zinstief. Bei null Prozent Zinsen und 1,5 Prozent durchschnittlicher Inflation hätten Kunden auch 2019 wieder einen Teil ihres Vermögens verloren. „Seit Ende 2010 liegt dieser Wertverlust pro Bundesbürger insgesamt bei 1638 Euro“, sagt Doll. Allein in der Commerzbank-Region Aachen seien dies Einlagen in Höhe von 1,11 Milliarden Euro.  Jeder Anleger müsse sich überlegen, ob er sein Erspartes unverzinst auf einem Tages- oder Festgeldkonto belässt. Dennoch verzeichnet die Commerzbank Aachen auch im Wertpapiergeschäft ein Plus von 14,6 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro.

Im Kreditgeschäft beschert das Zinstief allerdings nach wie vor einen deutlichen Zuwachs. Trotz hoher Preise setze sich der Immobilienboom fort, erklärt Doll. So wurden im vergangenen Jahr zur Baufinanzierung neue Kredite in Höhe von 194 Millionen Euro erteilt – ein Plus von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bei den Firmenkunden, dazu zählen Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro, sei das Kreditvolumen im Vergleich zum Jahr 2018 leicht auf 433 Millionen Euro ausgebaut werden, sagt Jürgen Heyne, Leiter der Mittelstandsbank in der Region Aachen. „Dazu beigetragen haben unter anderem auch nachhaltige Lösungen für unsere Firmenkunden wie etwa Green Bonds oder CO2-Kompensation.“ Neben Fachkräftemangel, Unternehmensnachfolge und internationalen Handelskonflikten sieht Heyne vor allem „die beiden gesellschaftlichen Megatrends Klimawandel und Digitalisierung“ als Herausforderungen für den Mittelstand.

Apropos Digitalisierung: Ihre mobilen Angebote will die Bank weiter ausbauen. Bis Ende 2023 sollen alle Produkte auf dem Smartphone abschließbar sein. Die Filialen in der Region sollen allerdings erhalten bleiben, sagt Stephanie Doll. Bei komplexeren Themen, wie etwa einem Hauskredit, bleibe persönliche Beratung gefragt.

(chm)