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Aachen: Pischinger: Aachener Ingenieurpreis für sein Lebenswerk

Aachen : Pischinger: Aachener Ingenieurpreis für sein Lebenswerk

Den Otto-Motor hat Franz Pischinger nicht erfunden. Auch der Dieselmotor geht nicht auf das Konto des 84-jährigen Professors. Schade eigentlich, könnte man sagen. Doch es gibt auch eine andere Sichtweise.

Vermutlich wäre das Leben des Dieselmotor-Entdeckers Pischinger anders verlaufen als das des ehrgeizigen Visionärs Pischinger, der den Verbrennungsmotor schon als Ingenieursstudent an der Uni Graz als unvollendet ansah. „Ich wollte weiter daran forschen“, sagt er. Heute ist der gebürtige Österreicher ein weltweit gefragter Experte im Bereich der Motorenforschung und -Entwicklung. Und: Er ist der neue Preisträger des Aachener Ingenieurpreises.

Am Donnerstag präsentierten die RWTH und die Stadt Aachen den neuen Träger ihres gemeinsamen Preises, der in diesem Jahr zum zweiten Mal das Lebenswerk einer Persönlichkeit würdigt, die „einen großen Fußabdruck im technischen Bereich hinterlassen“ habe, wie es RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg bei der Verkündung formulierte. „Neben der technischen Leistung ehren wir mit Franz Pischinger auch eine Person, die für die junge Generation eine Vorbildfunktion einnimmt“, sagte Schmachtenberg.

Heimspiel im Krönungssaal

Auch Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp bezeichnete den Preisträger als Bereicherung für die Wissenschaft: „Sein Lebenswerk hat in vielen Punkten eine enorme Relevanz für die Gesellschaft.“

Die Verleihung findet am 11. September im Aachener Krönungssaal statt. Für den Preisträger wird es dann sozusagen eine Art Heimspiel werden. Denn 1970 führte Pischingers Weg als Professor für Angewandte Thermodynamik von Graz an die RWTH Aachen, wo er die Leitung des Instituts für Thermodynamik übernahm. Bis 1997 gab er sein Wissen auf dem Gebiet der Verbrennungsmotoren an rund 9000 Studierende weiter.

Doch Pischinger, der im Sommer seinen 85. Geburtstag feiert, reichte der Hörsaal nicht aus. 1978 gründete er die FEV GmbH — bis heute ein führendes Unternehmen im Bereich der Motoren- und Fahrzeugindustrie mit Stammsitz in Aachen. „Ich hatte immer eine klare Vision, nämlich Mobilität nebenwirkungsfrei zu gestalten. Man braucht etwas, das einen antreibt“, sagte er.

Seinen Antrieb gibt er gerne an die jüngere Generation weiter. „Im Bereich der Antriebs- und Fahrzeugtechnik ist die Forschung noch lange nicht am Ende“, sagte er und zeigte sich zugleich bewegt angesichts der Auszeichnung: „Dass ich nun in der Stadt geehrt werde, die meine neue Heimat ist, macht diesen Preis zu einem ganz besonderen.“