London/Aachen: Philips verschärft den Sparkurs

London/Aachen: Philips verschärft den Sparkurs

Der Elektronikkonzern Philips verschärft sein Sparprogramm und streicht zusätzlich 2200 Stellen. Bis 2014 will Vorstandschef Frans van Houten nun 1,1 Milliarden Euro und damit 300 Millionen Euro zusätzlich einsparen.

Als Folge sollen weltweit rund 6700 Stellen statt der zuvor geplanten 4500 Arbeitsplätze gestrichen werden, die meisten davon außerhalb der Niederlande - zitierte die niederländischen Agentur ANP am Dienstag einen Sprecher. Mit den Einsparungen könne Philips dem konjunkturellen Gegenwind besser standhalten, erklärte van Houten während einer Investorenveranstaltung in London.

Schwerpunkte des neuen Jobabbaus dürften im Geschäft mit Medizintechnik und der Lichtsparte liegen. Dort habe der Konzern noch Einsparpotenziale ausgemacht, so der Philips-Chef. Ende Juni arbeiteten 121.801 Menschen bei dem niederländischen Konzern. Rund 37.950 waren 2011 in der Sparte Lichttechnik und 53.170 in der Medizintechnik beschäftigt. Am deutschen Hauptsitz von Philips in Hamburg sind neben den Vertriebszentralen der Sparten Licht, Lifestyle und Medizin auch Forschung und Fertigung in der Medizintechnik angesiedelt. In Aachen sitzen unter anderem die weltweiten Zentren für Autolampen und Niedervolt-Halogenlampen. Beschäftigt werden dort insgesamt etwa 1500 Philips-Mitarbeiter.

Ob und welche deutsche Standorte von den Stellenstreichungen betroffen sind, darüber gab es am Dienstag keine Gewissheit. Einzelheiten seien noch nicht geklärt, hieß es am deutschen Hauptsitz in Hamburg, da das Programm bis 2014 liefe. Erst Ende Mai hatte Philips sein Europazentrum für die LED-Forschung im Industriepark Rothe Erde in Aachen offiziell eröffnet.

Der seit April 2011 amtierende Vorstandschef van Houten hat dem Konzern einen mehrjährigen Umbau verordnet, um schlanker zu werden.

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