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Aachen: Philips schließt Forschungslabor in Aachen

Aachen : Philips schließt Forschungslabor in Aachen

Schwerer Rückschlag für den Forschungsstandort Aachen: Das Philips-Forschungslabor an der Eupener Straße im Südviertel der Stadt, direkt neben Gebäuden der Fachhochschule gelegen, soll im Laufe der ersten Hälfte des nächsten Jahres geschlossen werden.

Hintergrund sind „strukturelle Probleme” des Konzerns; sprich: die Forschungsabteilung muss Kosten sparen. Aus diesem Grund sollen die beiden Forschungslabore, die das Unternehmen in Aachen und Eindhoven betreibt, in Eindhoven zusammengeführt werden.

Ziel sei es, „durch eine effizientere Struktur die Forschungsinvestitionen zu optimieren”, hieß es am Montag in der Konzernzentrale von Philips Deutschland in Hamburg.

Dem Großteil der rund 160 Aachener Forscher, die sich vor allem mit Medizintechnik und energieeffizienter Lichtgewinnung beschäftigen, soll angeboten werden, ihre Arbeit in Eindhoven fortzusetzen.

Die Arbeitsplätze von etwa 70 Mitarbeitern, die in technisch und administrativ unterstützenden Funktionen tätig sind, sollen abgebaut werden, weil „die erforderlichen Arbeiten von Mitarbeitern erbracht werden können, die bereits heute in Eindhoven tätig sind”.

Die Mitarbeiter des Philips-Forschungslabors in Aachen wurden am Montag in einer Betriebsversammlung von den Maßnahmen unterrichtet. Die gemeinsamen Forschungsprojekte, die die Philips-Forscher mit dem Universitätsklinikum Aachen unterhalten, sollen fortgeführt werden. Seit 2003 unterstützt Philips den Lehrstuhl für medizinische Informationstechnik an der TH und am Klinikum.

Peter Wierenga, Vorstandschef von Philips Research, erklärte, das Unternehmen habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Schließung des Standorts Aachen habe nichts mit der Qualität der Arbeit dort zu tun. Die Zusammenlegung sei „ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft”.

Im Eindhovener Forschungslabor sind derzeit 1050 Mitarbeiter beschäftigt. Auch alle anderen Forschungseinrichtungen von Philips weltweit, etwa in den USA und in Cambridge, sind von den Einsparmaßnahmen nicht betroffen. Aachen hat schlicht das Pech, zu nah am wesentlich größeren Labor Eindhoven zu liegen.