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Amsterdam: Philips optimiert Profil und Profit

Amsterdam : Philips optimiert Profil und Profit

Der niederländische Elektronikkonzern Philips, Amsterdam/Eindhoven, lässt sich durch einen möglichen Abschwung in den USA und Europa nicht schrecken. Das Geschäft in Schwellenländern wie China oder Indien weite sich aus und der Umbau des Konzerns sei erfolgreich abgeschlossen, begründete Vorstandschef Gerard Kleisterlee am Montag seine Zuversicht.

Im September hatte sich Philips das Ziel gesetzt, bis 2010 ein jährliches Umsatzwachstum von sechs Prozent und beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) eine Marge von zehn Prozent zu erreichen. „Wir sind gut aufgestellt, unsere ´Vision 2010´-Ziele zu erreichen”, sagte Kleisterlee. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern beim Umsatz ein Plus von fünf Prozent und eine EBITA-Marge von 7,7 Prozent, kam aber im Schlussquartal schon auf die „Vision 2010”-Zielvorgaben.

Die Sparte Medizintechnik konnte im Berichtsjahr trotz der Probleme mit dem US-Gesundheitssystem den Umsatz mit knapp zwei Milliarden Euro halten, das EBITA des Bereichs konnte sogar minimal auf 354 Millionen Euro verbessert werden.

Vor allem dank Beteiligungsverkäufen - an dem taiwanesischen Halbleiter-Unternehmen TSMC und dem koreanischen Flachbildschirm-Hersteller LG Philips LCD - kletterte der Quartalsgewinn kräftig von 680 Millionen Euro auf jetzt 1,39 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg von acht auf 8,4 Milliarden Euro. Für das gesamte Jahr 2007 verbuchte Philips einen Überschuss von 4,17 Milliarden Euro, deutlich weniger als die 5,38 Milliarden Euro des Vorjahres. 2006 hatte das Unternehmen allerdings aus dem Verkauf seiner Halbleitersparte (heute NXP) 4,3 Milliarden Euro eingenommen.

Philips konzentriert sich mit seinem neuen Profil auf die drei Geschäftsbereiche Gesundheit, Beleuchtung und Verbraucherelektronik. Diese sollen durch Zukäufe gestärkt werden. So ist der Konzern dabei, den US- Beleuchtungsspezialisten Genlyte für umgerechnet 1,8 Milliarden Euro zu übernehmen und den US-Medizintechnik-Hersteller Respironics für 3,6 Milliarden Euro.

Kleisterlee schloss nicht aus, dass Teile der Unterhaltungselektronik, etwas das TV-Geschäft, verkauft werden könnten, die den Gewinnvorgaben nicht entsprechen. „Wir halten uns in solchen Fällen alle Optionen offen.” Es sei auch denkbar, dass in Ländern wie den USA Produkte ganz aus den Regalen verschwinden.

Die Philips-Aktionäre erhalten für 2007 je Anteilsschein eine Dividende von 70 (2006: 60) Eurocent. Zudem will der Konzern Aktien im Wert von fünf Milliarden Euro zurückkaufen.