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Aachen: Pax-Bank Aachen feiert 50-jähriges Jubiläum

Aachen : Pax-Bank Aachen feiert 50-jähriges Jubiläum

Wenn derzeit immer wieder die Forderung laut wird, dass die Finanzwelt sich an neuen Wertmaßstäben orientieren müsse - weg vom rigorosen Profitstreben und hin zu nachhaltigen und menschlicheren Geschäftspraktiken -, dann kann die Pax-Bank Aachen bereits auf langjährige Bemühungen verweisen, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Das Geldinstitut für Kirche und Caritas, das in dieser Woche den 50. Jahrestag der Aufnahme seiner Geschäftstätigkeit im Bistum Aachen feierte, ist eigenen Angaben zufolge Vorreiter beim Angebot einer ethischen Vermögensverwaltung und der Auflage ethisch orientierter Investmentfonds.

„Und die Erfahrung zeigt, dass man nicht auf eine gute Rendite verzichten muss, wenn man sein Geld in ethisch verantwortungsvoller Weise anlegt”, sagt Christoph Berndorff, Vorstandsvorsitzender der Pax-Bank am Hauptsitz in Köln. Im Angebot ist dabei etwa der Fonds „Liga-Pax-Cattolico- Union” der Fondsgesellschaft Union Investment, der ausschließlich in Aktien von Unternehmen investiert, die strenge, an christlichen Positionen orientierte Kriterien erfüllen müssen. Ausgeschlossen werde damit, dass Anleger etwa von Waffenhandel oder Kinderarbeit profitierten, unterstreicht Hans Mülders, Direktor der Pax-Bank in Aachen.

Passend zur Firmenphilosophie hat sich das Geldinstitut vor einigen Jahren auch einen eigenen Ethik-Kodex auferlegt, ebenso nahm ein Ethik-Beirat seine Arbeit auf. Die Pax-Bank, deren Hauptanteilseigner die katholischen Bistümer sind, zählt Bistümer, katholische Kirchengemeinden, Caritasverbände, Ordensgemeinschaften, gemeinnützige und soziale Verbände, Einrichtungen und Institutionen ebenso zu ihren Kunden wie die Geistlichen und die Mitarbeiter der betreuten kirchlichen Institutionen. Auch die eigenen Mitarbeiter müssen einen Bezug zur Kirche haben, viele von ihnen sind zudem ehrenamtlich in gemeinnützigen Gremien engagiert.

Entstanden ist die Pax-Bank auf Initiative des Vorsitzenden des „Pax-Vereins von katholischen Priestern Deutschlands”, Pfarrer Peter Limberg. 1917 wurde das zunächst „Pax Spar- und Darlehenskasse” genannte Geldinstitut als Selbsthilfeeinrichtung von Priestern für Priester gegründet. „Gegen Ende des Ersten Weltkriegs waren viele Priester in Not und konnten auf diese Weise Kredite erhalten”, sagt Mülders.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Pax-Bank mit ihren heute nahezu 200 Mitarbeitern zu einer Universalbank mit steigendem Wachstum. So hat die Bilanzsumme des Unternehmens die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze mittlerweile überschritten, während das betreute Geschäftsvolumen auf annähernd 4,4 Milliarden Euro zunahm. Hieran hat die Filiale Aachen mit einer Bilanzsumme von rund 400 Millionen Euro und einem betreuten Geschäftsvolumen von rund 750 Millionen Euro einen wesentlichen Anteil. Aachen ist dabei besonders international ausgerichtet, nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit den drei hier ansässigen, weltweit aktiven katholischen Hilfswerken.