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Aachen: Paion-Aktie für acht Euro

Aachen : Paion-Aktie für acht Euro

Acht Euro pro Stück kosten die Aktien des Biopharmazie-Unternehmens Paion AG, Aachen. Dieser Ausgabekurs wurde am Mittwoch, zwei Tage vor dem Börsengang, festgelegt.Damit liegt der Preis am unteren Ende der Spanne von 8,00 bis 14,00 Euro.

Emission überzeichnet

Nachdem Paion den Ausgabepreis deutlich abgesenkt und die Zeichnungsfrist verlängert hatte, berichtete das Unternehmen am Mittwoch von einem starken Interesse. Die Emission sei deutlich überzeichnet gewesen.

Nachfrage habe besonders bei institutionellen Anlegern aus Großbritannien, der Schweiz und den USA bestanden. Bei fünf Millionen platzierten Aktien beträgt das Emissionsvolumen 40 Millionen Euro statt der zunächst erhofften 70 Millionen Euro. Das entspricht einem Drittel des Grundkapitals nach dem Börsengang.

Sollte die Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) vollständig ausgeübt werden, erhöht sich das Emissionsvolumen auf 46 Millionen Euro.

Hoffnungsträger des Unternehmens ist der Wirkstoff Desmoteplase, ein gentechnisch nachgebildetes Protein aus dem Speichel der mittelamerikanischen Vampirfledermaus zur Behandlung von Schlaganfällen, es kann Blutgerinnsel bis zu neun Stunden nach dem Schlaganfall auflösen.

Das Erreichen der Gewinnzone peilt Paion nach der Zulassung dieses Wirkstoffs frühestens im Jahr 2008 an. Das Unternehmen erzielte in den ersten drei Quartalen 2004 erstmals nennenswerte Umsätze - aus Zahlungen des US-Partners Forest Laboratories.

Der Gewinn lag bei 5,3 Millionen Euro. Mindestens bis zur Einführung von Desmoteplase ist aber künftig wieder mit Verlusten zu rechnen.

Die Deutsche Bank erwartet für Desmoteplase maximal Erlöse von 300 Millionen US-Dollar. Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) rechnet damit, dass das Medikament mit einem Jahresumsatz von 26 Millionen Euro einsteigt und innerhalb von sieben Jahren Umsätze in Höhe von 406 Millionen Euro generieren kann.

Wirkstoffe gesucht

Mit den Einnahmen aus dem Börsengang will Paion die Entwicklung seiner Schlaganfall-Medikamente Enecadin und Solulin vorantreiben, die noch am Anfang der Erprobung am Menschen stehen.

„Wir screenen permanent den Markt, um weitere Produkte einzulizenzieren", so Paion-Vorstandschef Wolfgang Söhngen. „Wir wollen ein komplettes Schlaganfall-Portfolio anbieten.”